Weniger Interesse an medizinischem THC
Zahl der Anträge auf cannabishaltige Arzneimittel ist rückläufig, so die Krankenkasse Barmer

Ist der Hype um Cannabis schon vorbei? Die Zahlen, die jetzt von der Barmer-Krankenkasse vorgelegt wurden, könnten einen solchen Schluss zulassen: 2019 wurden noch 5.824 Anträge auf medizinischen Gebrauch von THC gestellt, 2020 noch 4.881 und 2021 schließlich 4.272 – der rückläufige Trend bei cannabishaltigen Arzneimitteln ist klar erkennbar.
„In einem therapeutischen Gesamtkonzept kann Cannabis bei Schwerkranken sinnvoller Teil der Behandlung sein.“, sagt Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer. „Aber es ist eben kein Allheilmittel und als Schmerzmittel allein unzureichend.“ Er findet, dass weitere Studien erforderlich sind, um die Wirkmechanismen von Cannabis noch besser zu verstehen und diese in individuelle Behandlungskonzepte einzubinden.
Seit Inkrafttreten des Cannabis-Gesetzes 2017 hat die Barmer etwa 70 Prozent der an sie gestellten Anträge bewilligt. Viele Anträge kamen aus dem Saarland, aus Bayern und Berlin, von 410 beziehungsweise 394 und 355 je 100.000 Versicherten. Schlusslicht: Sachsen mit 198 Anträgen je 100.000 Personen.
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