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Westliche Autobauer verlieren massiv Marktanteile in China

Chinesische Hersteller verdrängen VW, Buick und Co. – der Marktanteil westlicher Marken bricht dramatisch ein.

Westliche Autobauer verlieren massiv Marktanteile in China

Chinas Automarkt war einst das Eldorado westlicher Hersteller. Mitte der 2010er-Jahre boomten Marken wie Volkswagen und Buick im Reich der Mitte, angetrieben von einer wachsenden Mittelschicht, die begierig auf ausländische Fahrzeuge war. Doch dieses goldene Zeitalter ist vorbei – und die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache.

Laut Daten des Branchenberatungsunternehmens AlixPartners stammten im Jahr 2014 noch 41 Prozent der in China verkauften Pkw von inländischen Herstellern. Bis 2025 ist dieser Anteil auf 67 Prozent gestiegen. Westliche Automobilkonzerne haben damit in weniger als einem Jahrzehnt mehr als ein Viertel des weltgrößten Automarktes an heimische Konkurrenten verloren.

Volkswagen im freien Fall

Besonders hart trifft es Volkswagen, den größten westlichen Automobilhersteller in China. Der Marktanteil der VW-Marken sank laut AlixPartners von 14,7 Prozent im Jahr 2015 auf nur noch 9,7 Prozent im Jahr 2025. Das entspricht einem Rückgang von rund einem Drittel innerhalb von zehn Jahren.

Die finanziellen Folgen sind gravierend: Das Ergebnis aus dem China-Geschäft brach von einem Gewinn in Höhe von 5 Milliarden US-Dollar auf prognostizierte 228 bis 684 Millionen US-Dollar in diesem Jahr ein. Als Reaktion auf diese Entwicklung erwägt der Wolfsburger Konzern nun den Abbau von zehntausenden Stellen weltweit – auch als direkte Konsequenz der Marktanteilsverluste in China.

Auch US-amerikanische Marken sind von dem Trend betroffen. Ihr Gesamtmarktanteil in China fiel laut AlixPartners von 12 Prozent im Jahr 2014 auf nur noch 5 Prozent im vergangenen Jahr – ein Rückgang um mehr als die Hälfte.

Chinesische Hersteller überholen ihre einstigen Lehrmeister

Die Ironie der Entwicklung ist kaum zu übersehen: Westliche Automobilkonzerne haben chinesischen Unternehmen einst gezeigt, wie man Autos baut – in Form von Joint Ventures und Technologietransfers. Heute sehen sich dieselben westlichen Konzerne einem intensiven Wettbewerb durch genau jene lokalen Unternehmen gegenüber, denen sie ihr Wissen weitergegeben haben.

Chinesische Hersteller haben sich in kurzer Zeit zu ernsthaften Konkurrenten entwickelt, insbesondere im wachsenden Segment der Elektrofahrzeuge. Sie profitieren von staatlicher Unterstützung, niedrigeren Produktionskosten und einem tiefen Verständnis der lokalen Kundenbedürfnisse.

Für deutsche Anleger und Automobilaktionäre ist die Lage besorgniserregend. China ist nicht irgendein Markt – es ist der größte Automarkt der Welt, und Verluste dort wiegen schwer. Die Frage, ob westliche Hersteller die Trendwende noch schaffen können, bleibt offen. Die aktuellen Zahlen deuten jedoch darauf hin, dass der Strukturwandel in der globalen Automobilindustrie in vollem Gange ist – und westliche Konzerne bislang auf der Verliererseite stehen.

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