Wingman-Drohnen: Europas KI-Kampfjets rücken in den Fokus
Auf der Berliner Luftfahrtmesse präsentierten Airbus, Boeing, Helsing und General Atomics ihre neuesten Wingman-Drohnen für das europäische Militär.

Europas Verteidigungsindustrie setzt verstärkt auf sogenannte „Wingman"-Drohnen – KI-gesteuerte unbemannte Flugzeuge, die als Begleiter für bemannte Kampfjets konzipiert sind. Auf der Berliner Luftfahrtmesse präsentierten vier Unternehmen – Airbus, Boeing, Helsing und General Atomics – ihre neuesten Technologieentwürfe dem deutschen Militär und weiteren Interessenten. Der Krieg in der Ukraine hat die wachsende Bedeutung von Drohnen und elektronischer Kriegsführung eindrücklich unterstrichen.
Wingman-Drohnen, auch als Collaborative Combat Aircraft (CCA) bekannt, variieren in ihrer Größe von kleinen Abfangjägern bis hin zur Größe herkömmlicher Flugzeuge. Sie fliegen im sogenannten „Loyal Wingman"-System an der Seite bemannter Flugzeuge und sollen zusätzliche Sensoren, Störsender und Waffen tragen. Die Entwicklung dieser Systeme erfolgt in hohem Tempo – sowohl in Europa als auch in den USA.
Souveränität als zentrales Thema
Die Investitionen in diese Technologie fallen in eine Zeit intensiver Debatte über Europas verteidigungsindustrielle Unabhängigkeit. „Der KI-Agent, gewissermaßen das Gehirn dieser Systeme, muss natürlich auf souveräne Weise kontrolliert werden", sagte Stephanie Lingemann, Leiterin des Bereichs Luftfahrt beim deutschen Verteidigungs-Startup Helsing, gegenüber Reuters auf der Luftfahrtmesse. Das Unternehmen gibt an, dass seine elektronische Angriffsdrohne darauf ausgelegt ist, zusammen mit Angriffsdrohnen in autonomen Schwärmen zu operieren.
Deutschland und Frankreich haben in diesem Monat die Pläne für einen gemeinsamen Kampfjet auf Eis gelegt. Dennoch versuchen beide Länder, Teile des Programms „Future Combat Air System" (FCAS) zu retten, indem sie ein entsprechendes Drohnensystem sowie ein Datennetzwerk entwickeln. Der Ukraine-Krieg hat gezeigt, dass die Störung von Sensoren und Kommunikation ebenso entscheidend sein kann wie kinetische Angriffe.
Boeing, Airbus und General Atomics im Wettbewerb
Amy List, Geschäftsführerin von Boeing Australia, betonte, dass der MQ-28 Ghost Bat kein gewöhnliches Drohnensystem sei, sondern ein unbemannter Jet, der darauf ausgelegt ist, „die Fähigkeiten bemannter Plattformen zu erweitern und als Kraftmultiplikator zu fungieren". Boeing arbeitet dabei mit dem deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall zusammen. „Er kann bemannten Plattformen vorausfliegen, ein Lagebild erstellen, Daten analysieren, diese Daten zusammenführen und dem Menschen Informationen in Entscheidungsqualität zurückliefern", so List gegenüber Reuters.
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Zur AktienanalyseBoeing gibt an, dass sein Modell bis 2029 für die deutsche Luftwaffe einsatzbereit sein könnte. Das Airbus-Modell mit dem Namen U760b Ravenstorm soll laut Unternehmensangaben erst in den 2030er Jahren verfügbar sein. Die YFQ-42A von General Atomics befindet sich derzeit in der Testphase und wurde 2024 von der US-Luftwaffe ausgewählt, um Finanzmittel und weitere Unterstützung für die Prototypenentwicklung zu erhalten.
Aktuell sind Wingman-Drohnen oder -Flugzeuge noch nicht auf dem Schlachtfeld im Einsatz. Es wird erwartet, dass Lockheed Martin und das US-Verteidigungstechnologie-Startup Anduril ähnliche Technologien auf kommenden Luftfahrtmessen präsentieren werden – darunter die britische Farnborough Airshow, die am 20. Juli beginnt. Der internationale Wettbewerb um die Lufthoheit der Zukunft nimmt damit deutlich Fahrt auf.


