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X-Energy-Börsengang: Amazon und Ken Griffin kassieren Milliardengewinne

Das Kernenergieunternehmen X-Energy feiert ein starkes Börsendebüt – mit 27% Plus und einer Marktbewertung von 11,5 Milliarden Dollar.

X-Energy-Börsengang: Amazon und Ken Griffin kassieren Milliardengewinne

Das Kernenergieunternehmen X-Energy hat am Freitag ein beeindruckendes Börsendebüt hingelegt. Die Aktien schlossen mit einem Plus von 27%, was dem Unternehmen eine Marktbewertung von rund 11,5 Milliarden Dollar verleiht. Das ist ein bemerkenswerter Wendepunkt für ein Unternehmen, das vor weniger als drei Jahren einen geplanten Börsengang abgeblasen hatte, weil Investoren damals nur geringes Interesse gezeigt hatten.

Treiber des Erfolgs ist die rasant wachsende Nachfrage nach neuen Stromquellen – befeuert durch den Boom der künstlichen Intelligenz. Rechenzentren, die KI-Anwendungen betreiben, benötigen enorme Mengen an Energie, und Kernkraft gilt zunehmend als verlässliche und CO₂-arme Lösung. Zu den prominenten Unterstützern von X-Energy zählen der Tech-Riese Amazon sowie Ken Griffin, Gründer der Hedgefonds-Gesellschaft Citadel.

Griffins 100-Millionen-Wette zahlt sich aus

Ken Griffin hatte erst vor anderthalb Jahren eine persönliche Investition von 100 Millionen Dollar in X-Energy getätigt. Basierend auf dem Schlusskurs des Börsendebüts erzielte er laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen Buchgewinne von mehr als 300 Millionen Dollar. Der Impuls für dieses Investment kam aus einer Rede, die Griffin 2023 in Singapur über den wachsenden Bedarf an Kernkraft zur Deckung des Strombedarfs aufstrebender Rechenzentren gehalten hatte.

David Kaplan, Mitbegründer der Investmentgesellschaft Ares Management, hörte von diesem Vortrag. Kurz darauf wurde Griffin von Bankern kontaktiert, die X-Energy vertraten und nach dem gescheiterten Börsengang auf Kapitalsuche waren. Ares ist ein weiterer großer Gewinner: Die Gesellschaft dürfte laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen mehr als das Vierfache der über 160 Millionen Dollar erzielen, die sie in das Unternehmen investiert hat. Die Investition wurde von Kaplan und seiner Partnerin Allyson Satin geleitet.

Von der Nische zum Milliardenmarkt

X-Energy wurde 2009 vom Luft- und Raumfahrtveteranen Kamal „Kam" Ghaffarian gegründet. Das in Maryland ansässige Unternehmen verbrachte Jahre mit der Entwicklung modularer Kernreaktoren in industrieller Größe – konzipiert zur Energieversorgung von Fabriken und anderen Industrieanlagen. Bis 2022 hatte X-Energy bereits eine Vereinbarung über den Verkauf von Reaktoren an das Werk des Chemieunternehmens Dow in Seadrift, Texas, abgeschlossen.

Damals sorgten sich Investoren jedoch, dass der potenzielle Markt für solche Reaktoren begrenzt sei – ein Hauptgrund für das Scheitern des ersten Börsengangsversuchs. Der KI-getriebene Energiehunger hat diese Einschätzung grundlegend verändert. Modulare Kernreaktoren gelten nun als vielversprechende Antwort auf den steigenden Strombedarf der Technologiebranche, was X-Energy in ein völlig neues Licht rückt.

Das erfolgreiche Börsendebüt von X-Energy reiht sich in eine breitere Wiederbelebung des Interesses an Kernenergie ein. Für deutsche Privatanleger ist dies ein Signal: Der Sektor der kleinen modularen Reaktoren (SMR) gewinnt international massiv an Fahrt – angetrieben von Tech-Konzernen, institutionellen Investoren und dem globalen Bedarf nach sauberer Grundlastenergie.

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