Xbox Game Pass: Preissenkung trotz Ende des Day-One-Zugriffs auf Call of Duty
Microsoft senkt die Preise für den Xbox Game Pass – nur sechs Monate nach einer Erhöhung um mehr als 50 Prozent.

Xbox hat eine überraschende Preissenkung für seinen Abonnementdienst Game Pass angekündigt – und das nur sechs Monate, nachdem die Preise um mehr als 50 Prozent angehoben worden waren. In Großbritannien sinkt der Preis für den Game Pass Ultimate von 22,99 auf 16,99 Britische Pfund pro Monat. Der PC Game Pass wird von 13,49 auf 10,99 Britische Pfund reduziert. In anderen Regionen variieren die neuen Preise.
Die Kehrseite der Ankündigung: Neue „Call of Duty"-Spiele werden künftig erst „etwa ein Jahr" nach ihrer Veröffentlichung in den Premium-Tarifen Game Pass Ultimate und PC Game Pass verfügbar sein. Bislang konnten Abonnenten neue Titel des beliebten Shooters direkt am Erscheinungstag spielen – ein zentrales Verkaufsargument des Dienstes. Bestehende „Call of Duty"-Titel in der Bibliothek bleiben für Abonnenten jedoch weiterhin zugänglich.
Die Reaktionen der Gaming-Community fielen gemischt aus. Während einige Xbox dafür lobten, auf das „Feedback zu reagieren", wiesen andere auf ein „Vertrauensproblem" hin – denn es sei unklar, welche anderen First-Party-Titel künftig ebenfalls aus dem Day-One-Zugang herausgenommen werden könnten.
Internes Memo räumt Probleme ein
Hintergrund der Kurskorrektur ist offenbar ein geleaktes internes Memo der neuen Game-Pass-Chefin Asha Sharma, das dem US-Technikportal The Verge vorliegt. Darin räumte Sharma ein, dass der Dienst „für die Spieler zu teuer geworden" sei. Sharma, zuvor KI-Managerin bei Microsoft, trat ihr Amt im Februar an und erklärte, ihre Mission sei es, „zu verstehen, was dieses Modell erfolgreich macht, und es zu schützen".
Christopher Dring, Herausgeber von The Game Business, ordnete die Preissenkung als Reaktion auf eine tiefere Vertrauenskrise ein. Sie spiegele die „Herausforderung" wider, vor der Microsoft stehe, um das Vertrauen der Fans in die Marke zurückzugewinnen. Xbox wurde in den letzten Jahren von Entlassungswellen und Projektstornierungen getroffen. Eine Ankündigung aus dem Jahr 2024, ehemals exklusive Titel auch auf anderen Konsolen zu veröffentlichen, sorgte für zusätzlichen Unmut unter der Fangemeinde.
Dring wies zudem darauf hin, dass der Ultimate-Tarif trotz der Senkung „immer noch um 35 Prozent teurer ist als vor zwei Jahren". Er betonte außerdem, wer die eigentlichen Verlierer der neuen Regelung seien: „Die großen Verlierer dieser Senkung sind diejenigen, die den Game Pass für ein oder zwei Monate abonnieren, um das neueste Call of Duty zu spielen, und dann wieder kündigen. Diese Spieler müssen nun entweder geduldig sein oder das Spiel zum Vollpreis kaufen."
Gelegenheitsspieler profitieren
Nicht alle sehen die Änderungen negativ. Die „Call of Duty"-Streamerin Chantelle Parker, online bekannt als Chantelle Plays, bezeichnete die Preissenkung als „großen Gewinn" für Gelegenheitsspieler. Diese müssten nun nicht mehr die Hinzufügung von Call of Duty subventionieren. „Ich habe das Gefühl, dass Call of Duty-Fans wie ich das Spiel ohnehin separat kaufen werden", sagte sie gegenüber BBC Newsbeat.
Parker zeigte sich überrascht über die Preissenkung in einem Umfeld, in dem „alles andere teurer wird". Ihr Fazit fiel dennoch positiv aus: „Es ist für viel mehr Menschen viel zugänglicher. Das ist in meinen Augen gut … die Leute konnten es sich einfach nicht leisten, so viel pro Monat für diese Spielebibliothek zu bezahlen."
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Zur AktienanalyseNeue Strategie unter Sharma
Wirtschaftsprofessor Joost van Dreunen äußerte im Anschluss an das geleakte Memo die Vermutung, dass Xbox künftig „viel stärker auf Werbung setzen wird", anstatt sich zur Umsatzgenerierung allein auf Abonnements oder Inhalte zu verlassen. Er geht davon aus, dass Xbox unter Sharma eher wie ein „skaliertes Plattformgeschäft agieren wird, das die Aufmerksamkeit des Publikums monetarisiert, anstatt nur den Zugang zu Inhalten".
Parallel dazu arbeitet die Xbox-Sparte von Microsoft an einer neuen Konsole mit dem Codenamen Project Helix. Sharma sieht darin laut eigener Aussage das „Bekenntnis zur Rückkehr von Xbox". Die Ankündigung markiert insgesamt eine Abkehr vom Trend regelmäßiger Preiserhöhungen bei Abonnementdiensten – einem Trend, dem zuletzt auch Netflix gefolgt war, das seine Preise in Großbritannien im Februar erneut anhob.


