Xi und Sanchez bekräftigen engere Beziehungen in zerfallender Weltordnung
Spaniens Ministerpräsident besucht Peking und fordert stärkere EU-China-Bindung, während westliche Länder Distanz zu Trump-Politik suchen.

Chinas Staatschef Xi Jinping und Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez haben bei einem Treffen in Peking engere bilaterale Beziehungen bekräftigt. Xi warnte dabei vor einer zunehmend instabilen Weltlage: „In der heutigen Welt herrscht Chaos, und die internationale Ordnung zerfällt." Engere Beziehungen zwischen China und Spanien lägen im Interesse beider Länder, betonte er.
Xi drängte auf stärkere Kommunikation und mehr gegenseitiges Vertrauen. Ziel sei es, „die Rechtsstaatlichkeit zu wahren, gemeinsam einen echten Multilateralismus zu verteidigen und den Weltfrieden sowie die globale Entwicklung zu sichern." Die Aussagen fallen in eine Zeit wachsender geopolitischer Spannungen und zunehmender Unsicherheit über die Rolle der USA in der Weltpolitik.
Sanchez seinerseits erklärte, das Völkerrecht werde immer wieder untergraben, und sprach sich für engere Beziehungen zur Förderung von Frieden und Wohlstand aus. „Es ist heute notwendiger denn je, damit wir gemeinsam eine noch stärkere Bindung zwischen China und der Europäischen Union aufbauen können", sagte der spanische Regierungschef.
Spanien als Brückenbauer zwischen EU und China
Spanien gehört in Europa zu den lautstärksten Befürwortern eines Ausbaus des Handels mit China. Madrid setzt sich dafür ein, Peking als strategischen Verbündeten zu behandeln – im Gegensatz zur Haltung von US-Präsident Donald Trump, der China als wirtschaftlichen und geopolitischen Rivalen betrachtet.
Sanchez forderte die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt auf, eine wichtigere Rolle bei globalen Themen einzunehmen. Dazu zählte er den Klimawandel, Sicherheit und Verteidigung sowie den Kampf gegen Ungleichheit. Gleichzeitig appellierte er an Europa, seine Anstrengungen in diesen Bereichen zu verdoppeln, da sich die Vereinigten Staaten unter Trump von vielen dieser Fronten zurückgezogen hätten.
Reihe westlicher Staatsbesuche in Peking
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Zur AktienanalyseDer Besuch von Sanchez reiht sich in eine Serie hochrangiger westlicher Staatsbesuche in China ein. In diesem Jahr reisten bereits Staatschefs aus Großbritannien, Kanada, Finnland und Irland nach Peking. Sanchez ist dabei der jüngste dieser Amtskollegen, der die chinesische Hauptstadt aufsuchte.
Der Hintergrund dieser Besuche ist vielschichtig: Viele westliche Regierungen sind bestrebt, die Beziehungen zu Peking trotz anhaltender Sicherheits- und Handelsspannungen aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig wächst das Unbehagen über die Politik des wichtigsten Verbündeten USA unter Präsident Trump – ein Umstand, der Europa dazu bewegt, alternative Partnerschaften zu stärken und die eigene außenpolitische Handlungsfähigkeit zu erweitern.


