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Xiaomis Elektroauto-Offensive gerät ins Stocken

Tödlicher Unfall überschattet Erfolg und Messepläne des Tech-Konzerns

 Xiaomis Elektroauto-Offensive gerät ins Stocken

Xiaomi hatte mit seinem Einstieg in den Markt für Elektroautos einen vielbeachteten Erfolg erzielt. Das erste Modell, der SU7, überzeugte sowohl mit technischer Ausstattung als auch mit einem aggressiv kalkulierten Preis und erzielte Verkaufszahlen, die über den Erwartungen lagen. Bereits im ersten Jahr nach dem Marktstart konnte das Unternehmen mehr als 215.000 Fahrzeuge ausliefern. Im März 2025 wurde mit fast 29.000 ausgelieferten Einheiten ein neuer Monatsrekord aufgestellt. Für das Gesamtjahr 2025 hob Xiaomi das Verkaufsziel von ursprünglich 300.000 auf 350.000 Fahrzeuge an.

Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war Firmengründer Lei Jun, der die Expansion in die Automobilbranche frühzeitig angestoßen hatte. Bereits 2021 kündigte er Investitionen von rund zehn Milliarden US-Dollar in die neue Sparte an. Die Entscheidung wurde auch von geopolitischen Entwicklungen beeinflusst, insbesondere durch US-Sanktionen gegen den Wettbewerber Huawei. Lei Jun sah darin eine Warnung und versuchte, Xiaomi strategisch breiter aufzustellen. Der Schritt in den E-Automarkt erschien als logische Konsequenz.

Der Erfolg des SU7 basierte auf verschiedenen Faktoren. Neben dem niedrigen Einstiegspreis profitierte das Modell von Xiaomis Erfahrung im Bereich Smartphones und Software. Diese Kompetenzen ermöglichten ein besonders vernetztes Cockpit und trugen zum positiven Echo bei Käufern und Fachleuten bei. Bei der Automesse in Peking im Vorjahr war das Interesse an Xiaomis Auto groß. Besucher warteten stundenlang, um einen Blick auf den SU7 zu werfen.

Doch Ende März kam es zu einem tragischen Unfall: Ein SU7, unterwegs im Autopilotmodus, prallte in der chinesischen Provinz Anhui gegen eine Baustellenbarriere und fing Feuer. Alle drei Insassen starben. Der Vorfall sorgte in China für großes mediales Echo und löste eine breite Debatte über die Sicherheit autonomer Fahrfunktionen aus. Infolge des Unfalls gab Xiaomis Aktienkurs nach.

Vor diesem Hintergrund verzichtet das Unternehmen nun darauf, bei der anstehenden Automesse in Shanghai das neue Modell YU7 zu präsentieren. Dieses Fahrzeug war als Konkurrent zum Tesla Model Y vorgesehen und sollte ursprünglich im Sommer auf den Markt kommen. Die kurzfristige Absage gilt als strategische Vorsichtsmaßnahme, um mögliche öffentliche Kritik zu vermeiden und das beschädigte Image nicht weiter zu gefährden.

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