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Yen erlebt überraschende Erholung

Zinspolitik und Anlegerverhalten stützen Japans Währung nachhaltig

Yen erlebt überraschende Erholung

Der japanische Yen hat eine bemerkenswerte Erholung erfahren und seinen vorherigen Kursverfall gestoppt. Seit dem Tiefstand von 162 Yen pro US-Dollar am 10. Juli hat sich der Wechselkurs verbessert, wobei ein Dollar zeitweise nur noch 152 Yen kostete und aktuell etwa bei 154 Yen liegt. Diese Aufwertung von rund fünf Prozent innerhalb kurzer Zeit stellt eine drastische Entwicklung auf den Devisenmärkten dar. Im Vergleich dazu bleibt der Euro seit Monaten in einer engen Handelsspanne zwischen 1,06 und 1,09 Dollar.

Analysten und Devisenhändler fragen sich, ob dies eine nachhaltige Erholung des Yens oder nur eine Momentaufnahme ist. Einige Indizien deuten darauf hin, dass sich die japanische Währung auf absehbare Zeit erholen könnte. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat drei Faktoren identifiziert, die für eine Aufwertung des Yens sprechen, und momentan alle drei sind für die japanische Devise von Vorteil.

Erstens verfolgen die Bank of Japan und die US-Notenbank Fed eine gegensätzliche Zinspolitik. Während die Fed auf eine Zinssenkung zusteuert, könnte die Bank of Japan ihren Leitzins erhöhen. Höhere Zinsen machen japanische Anleihen attraktiver für Investoren, was zu einem erhöhten Kapitalzufluss in japanische Finanzmärkte führt und die Währung stützt. Außerdem schreckt dies Investoren ab, die auf einen fallenden Yen spekulieren, was ebenfalls zur Aufwertung der Währung beiträgt.

Zweitens lösen Händler ihre Zinsgeschäfte, sogenannte „Carry Trades“, auf. Diese Geschäfte nutzten den großen Zinsabstand zwischen den USA und Japan, indem Investoren Yen-Papiere verleihen und das Geld in US-Papiere stecken. Angesichts der Aussicht auf sinkende Zinsen in den USA und steigende Zinsen in Japan kehren Investoren nun um und fragen wieder nach Yen, was zu einer Aufwertung führt.

Drittens schichten Anleger in sichere Anlageklassen um. Angesichts des Ausverkaufs bei Technologiewerten suchen Investoren Zuflucht in weniger risikoreichen Anlagen wie japanischen Staatsanleihen, die als sicher gelten. Dies führt zu einer verstärkten Nachfrage nach dem Yen und stützt dessen Kurs.

Ein weiterer möglicher Faktor, der den Yen perspektivisch beeinflussen könnte, ist eine mögliche zweite Amtszeit von Donald Trump als US-Präsident. Trump hat den billigen Yen kritisiert und könnte Japans Regierung zwingen, ihre Währung zu verteuern, um Vergeltungsmaßnahmen zu vermeiden. George Saravelos, Devisenexperte der Deutschen Bank, betont, dass Japans Regierung und Zentralbank über mehr Optionen verfügen, ihre Währung zu stützen, insbesondere aufgrund ihrer großen Reserven an ausländischen Währungen.

Die Bank of Japan hat in den letzten Monaten mehrmals Fremdwährungen verkauft, um den Yen-Kurs zu stützen, obwohl sie sich offiziell bedeckt hält. Regierungsmitglieder wie Taro Kono, Minister für digitale Transformation, äußerten sich ebenfalls besorgt über den schwachen Yen und bezeichneten ihn als ein „Problem für Japan“.

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