Yen steigt auf Dreiwochenhoch – Interventionsgerüchte stützen japanische Währung
Japans Währungshüter warnen vor Eingriffen, während der Aussie-Dollar von RBA-Zinsphantasie profitiert.

Der japanische Yen hat am Donnerstag seine jüngste Erholungsrally fortgesetzt und gegenüber dem US-Dollar um 0,6 Prozent auf 152,38 Yen zugelegt – der stärkste Stand seit drei Wochen. Die Aufwertung erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Spekulationen über mögliche Interventionen der japanischen Behörden am Devisenmarkt.
Japans oberster Währungsdiplomat Atsushi Mimura lehnte es am Donnerstag ab, sich dazu zu äußern, ob Tokio in den vergangenen Wochen bereits am Yen-Markt eingegriffen habe. Er bekräftigte jedoch, dass die Regierung die Währungsentwicklung mit Blick auf übermäßige Volatilität genau beobachte. Besonders bemerkenswert: Mimura erklärte, dass Tokio in engem Kontakt mit den US-Behörden bezüglich etwaiger gemeinsamer Interventionen stehe. Diese Äußerungen gaben dem Yen zusätzlichen Auftrieb, während schwache japanische Erzeugerpreisdaten für Januar die Währung kaum belasteten.
Die Stärkung des Yen erfolgt nach dem deutlichen Wahlsieg der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi am Wochenende. Marktteilnehmer werten dies als Signal für eine möglicherweise aktivere Währungspolitik der japanischen Regierung.
Australischer Dollar auf Dreijahreshoch
Der australische Dollar erreichte am Donnerstag den höchsten Stand seit Anfang Januar und baute damit seine Gewinne von Wochenbeginn weiter aus. Die Währung profitiert von zunehmenden Spekulationen, dass die Reserve Bank of Australia (RBA) die Zinsen nach der jüngsten Anhebung um 25 Basispunkte in der vergangenen Woche erneut erhöhen könnte.
RBA-Gouverneurin Michele Bullock erklärte vor Abgeordneten, dass die Zentralbank die Zinsen erneut anheben werde, falls sich die Inflation "verfestige". Gleichzeitig präzisierte sie, dass derzeit unklar sei, ob zur Inflationsbekämpfung weitere Zinsschritte erforderlich seien. Die Märkte preisen jedoch bereits die Möglichkeit einer weiteren Erhöhung für Mai ein. Die RBA bemüht sich, die zunehmend hartnäckige Inflation in den Griff zu bekommen.
US-Dollar unter Druck trotz starker Arbeitsmarktdaten
Der US-Dollar konnte nur kurzzeitig von den besser als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten profitieren. Der Dollar-Index und die Dollar-Index-Futures bewegten sich im asiatischen Handel kaum und stagnierten nach einer Erholung über Nacht. Der Greenback notiert in dieser Woche weiterhin rund 0,8 Prozent im Minus.
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Zur AktienanalyseAnalysten der OCBC erklären: "Strukturelle Belastungsfaktoren – die Unsicherheit über die Fed-Nachfolge und allgemeinere US-Politikrisiken – bedeuten, dass der USD weiterhin zusätzliche positive Überraschungen bei den kommenden Daten benötigen wird, um eine Erholung nachhaltig zu stützen." Der Fokus der Märkte richtet sich nun auf die am Freitag anstehenden US-Verbraucherpreisdaten.
Asiatische Währungen überwiegend fester
Auch die übrigen asiatischen Währungen zeigten sich mehrheitlich stärker. Der chinesische Yuan fiel um 0,15 Prozent und notierte auf dem niedrigsten Stand seit Mai 2023. Die Währung profitiert von einer Reihe starker Referenzkurse der People's Bank of China. Der südkoreanische Won legte um 0,2 Prozent zu, während die indische Rupie um 0,3 Prozent zulegte, jedoch nahe der Marke von 90,5 Rupien verharrte. Der Singapur-Dollar notierte unverändert, während der Taiwan-Dollar leicht um 0,1 Prozent nachgab.


