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Yen unter Druck: Japan droht mit Intervention

Die japanische Finanzministerin Katayama schließt keine Optionen aus, um die Yen-Schwäche zu stoppen – auch nicht eine koordinierte Intervention mit den USA. Der Yen notiert nahe der kritischen 160-Marke zum Dollar.

Yen unter Druck: Japan droht mit Intervention

Die japanische Regierung verschärft ihren Ton gegenüber den Devisenmärkten. Finanzministerin Satsuki Katayama erklärte am Freitag, Tokio werde "keine Optionen ausschließen", um der anhaltenden Schwäche des Yen entgegenzuwirken. Dabei schloss sie explizit eine mögliche koordinierte Intervention mit Washington ein.

Verbale Interventionen häufen sich

Katayamas Aussagen reihen sich ein in eine Serie verbaler Interventionen japanischer Behörden in dieser Woche. Die Währung hat in diesem Jahr bereits rund 1% an Wert verloren und notiert kurz vor der psychologisch wichtigen Marke von 160 Yen pro US-Dollar. Zuletzt hatte der Yen ein 18-Monats-Tief erreicht, was Spekulationen über eine unmittelbar bevorstehende Marktintervention neu entfachte.

Am Freitag legte der Yen zu, gestützt durch einen Reuters-Bericht, wonach einige Entscheidungsträger der Bank of Japan Spielraum für frühere Zinserhöhungen als von den Märkten erwartet sehen. Dies könnte die Währung mittelfristig stabilisieren.

Politische Unsicherheit belastet

Die jüngste Schwächephase des Yen resultiert aus der Aussicht auf vorgezogene Neuwahlen im nächsten Monat. Investoren erwarten, dass Premierministerin Sanae Takaichi ein stärkeres Mandat für weitere Konjunkturprogramme erhalten könnte. Solche Maßnahmen würden tendenziell den Yen weiter unter Druck setzen.

Für die japanischen Behörden wird die Situation zunehmend heikel. Ein schwacher Yen verteuert Importe von Treibstoff, Lebensmitteln und Rohstoffen erheblich, was die Inflation im Land weiter anheizen könnte. Wie viel Währungsschwäche die Regierung tolerieren will, bleibt abzuwarten.

Dollar profitiert von Fed-Erwartungen

Derweil hielt sich der US-Dollar nahe einem Sechs-Wochen-Hoch. Nach einer Reihe positiver Wirtschaftsdaten am Donnerstag haben Investoren ihre Wetten auf Zinssenkungen der Federal Reserve in diesem Jahr deutlich zurückgenommen. Laut CME FedWatch Tool liegt die Wahrscheinlichkeit für unveränderte Zinsen im April nun bei 67%, verglichen mit nur 37% vor einem Monat.

Rohstoffmärkte unter Druck

Die Ölpreise weiteten ihre starken Rückgänge vom Vortag aus. Auch die sicheren Häfen Gold und Silber stoppten ihre Rallye, nachdem US-Präsident Donald Trump eine abwartende Haltung zu den Unruhen im Iran eingenommen hatte. Trump erklärte, ihm sei mitgeteilt worden, dass die Gewalt bei der Niederschlagung der Proteste nachlasse.

Am Freitag stehen noch wichtige US-Wirtschaftsdaten an, darunter die Industrieproduktion für Dezember und der Immobilienmarktindex der National Association of Home Builders für Januar. Zudem werden mehrere Fed-Mitglieder Reden halten, die weitere Hinweise zur Zinspolitik geben könnten.

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