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Yen verliert 1% gegen Dollar nach Bessents Interventions-Absage

US-Finanzminister bekräftigt Politik des starken Dollars und schließt Eingriff in Wechselkurs kategorisch aus.

Yen verliert 1% gegen Dollar nach Bessents Interventions-Absage

Der japanische Yen hat am Mittwoch deutlich an Wert verloren und gab gegenüber dem US-Dollar um 1% nach. Auslöser war eine klare Aussage von US-Finanzminister Scott Bessent, der eine Intervention der USA am Devisenmarkt kategorisch ausschloss. In einem CNBC-Interview betonte Bessent die traditionelle amerikanische Haltung zum starken Dollar.

"Wir werden absolut nicht in den Dollar-Yen-Wechselkurs eingreifen", erklärte Bessent unmissverständlich. Der Finanzminister stellte klar, dass die USA keine Spekulationen über mögliche Interventionen kommentieren würden. Stattdessen setze man auf fundamentale wirtschaftliche Stärke: "Ein starker Dollar bedeutet für uns, die richtigen Fundamentaldaten zu schaffen."

Die Auswirkungen von Bessents Äußerungen beschränkten sich nicht nur auf den Yen. Auch Währungen von Schwellenländern erreichten im Tagesverlauf neue Tiefststände. Der Finanzminister argumentierte, dass eine solide Wirtschaftspolitik automatisch zu Kapitalzuflüssen in die USA führen werde. "Wenn wir eine solide Politik haben, wird das Geld in die USA fließen", so seine Einschätzung.

Kehrtwende nach Dollar-Schwächephase

Die Aussagen kommen zu einem bemerkenswerten Zeitpunkt. Erst am vergangenen Dienstag hatte der Dollar seinen schlechtesten Handelstag seit April 2025 erlebt und war um rund 1,3% gefallen. Präsident Donald Trump hatte bei einem Besuch in Iowa zuvor einen schwächeren Dollar als "großartig" bezeichnet und damit für Verwirrung an den Märkten gesorgt.

Bessent nutzte das Interview auch, um auf das schrumpfende US-Handelsdefizit hinzuweisen, das "dem Dollar helfen sollte". Er lobte die "guten Wachstumspolitiken" der Regierung, die zur jüngsten positiven Entwicklung an den Aktienmärkten beigetragen hätten. Gleichzeitig warnte er vor zu großem Optimismus: Die Aktienentwicklung der Vorjahre sei kein verlässlicher Indikator für 2026.

Fed-Entscheidung und Personalfragen

Zur anstehenden Zinsentscheidung der Federal Reserve äußerte sich Bessent zurückhaltend. Diese Entscheidung "obliege der Fed", betonte er und respektierte damit die Unabhängigkeit der Notenbank. Er enthüllte jedoch, dass er die Position des Fed-Vorsitzenden mit Präsident Trump während des Rückflugs aus Iowa besprochen habe. Endgültige Entscheidungen zu Personalfragen seien aber noch nicht getroffen worden.

Für deutsche Anleger bedeutet die klare Positionierung der USA eine wichtige Orientierung. Die Aussicht auf einen weiterhin starken Dollar könnte den Euro unter Druck setzen und hat Auswirkungen auf internationale Handelsbeziehungen sowie die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Exporte.

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