YMTC-Expansion: Macquarie sieht AMEC und NAURA als Hauptprofiteure
Die geplante Fabrikerweiterung des chinesischen NAND-Riesen YMTC dürfte zwei heimische Halbleiterausrüster besonders stark begünstigen.

Die Investmentbank Macquarie hat in einer am Mittwoch veröffentlichten Research-Note zwei chinesische Halbleiterausrüster als Hauptprofiteure der geplanten Kapazitätserweiterung von YMTC identifiziert. Konkret nennt Macquarie die an der Shanghaier Börse gelistete AMEC (SSE: AMEC) sowie NAURA (SZSE: NAURA) als die größten Nutznießer des Expansionsvorhabens. Grundlage der Analyse ist ein Reuters-Bericht über die ambitionierten Ausbaupläne des chinesischen NAND-Speicherchipherstellers.
YMTC, Chinas führender Hersteller von NAND-Speicherchips, plant laut dem Reuters-Bericht den Bau von zwei zusätzlichen Fabriken. Jede dieser neuen Anlagen soll eine Kapazität von jeweils 100.000 Wafern pro Monat erreichen. Derzeit betreibt YMTC zwei Fabriken mit einer Gesamtkapazität von 200.000 Wafern pro Monat. Eine dritte Anlage soll bis 2027 weitere 50.000 Wafer pro Monat beisteuern.
Weltgrößte NAND-Kapazität als Ziel
Sobald alle neuen Werke in Betrieb sind, dürfte YMTC über die weltweit größte NAND-Wafer-Kapazität verfügen – so die Einschätzung von Macquarie. Allerdings weist die Investmentbank darauf hin, dass der Hauptabsatzmarkt von YMTC aufgrund der Aufnahme in die US-Entity-Liste voraussichtlich auf China beschränkt bleiben wird. Der Zugang zu internationalen Märkten bleibt dem Unternehmen damit weitgehend verwehrt.
Die finanziellen Dimensionen des Vorhabens sind beträchtlich: In den ersten drei Phasen investierte YMTC bereits mehr als 270 Milliarden Yuan. Für die zwei neuen Fabriken schätzt Macquarie zusätzliche Investitionsausgaben (Capex) von 160 bis 180 Milliarden Yuan in den kommenden Jahren. Bemerkenswert ist zudem, dass bei der laufenden Ausrüstungsinstallation der Phase 3 bereits mehr als 50 Prozent der Werkzeuge von lokalen Lieferanten bezogen wurden – ein deutliches Signal für die wachsende Stärke der chinesischen Halbleiterzulieferindustrie.
Warum AMEC und NAURA profitieren
Laut Daten des Marktforschungsunternehmens Gartner entfallen 75 bis 80 Prozent der gesamten Investitionsausgaben für Halbleiterproduktionsanlagen in China auf zwei Schlüsselprozesse: das Ätzen mit einem Anteil von 26 Prozent und die Abscheidung mit 23 Prozent der Ausrüstungsausgaben.
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Zur AktienanalyseAMEC gilt als Marktführer bei Ätzanlagen und ist laut Macquarie ein Hauptprofiteur, da das Ätzen einer der kritischsten Prozesse bei der Herstellung von 3D-NAND-Chips ist. NAURA wiederum verfügt über ein breites Portfolio in den Bereichen Abscheidung, Ätzen und Reinigung und dürfte sich damit einen erheblichen Teil der zusätzlichen Investitionsausgaben sichern können. Beide Unternehmen sind als chinesische Inlandsanbieter in einer besonders günstigen Position, da YMTC aufgrund der US-Sanktionen verstärkt auf heimische Zulieferer angewiesen ist.
Die Entwicklung verdeutlicht einen übergeordneten Trend: China treibt den Aufbau einer eigenständigen Halbleiter-Lieferkette mit Nachdruck voran. Für Anleger, die den chinesischen Halbleitersektor beobachten, rücken damit Ausrüster wie AMEC und NAURA zunehmend in den Fokus.


