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Zentralbanken im Fokus: BOJ hebt Zinsen auf 31-Jahres-Hoch

Die Bank of Japan erhöht die Zinsen auf 1%, während globale Märkte das US-Iran-Abkommen und SpaceX-Kursexplosion verdauen.

Zentralbanken im Fokus: BOJ hebt Zinsen auf 31-Jahres-Hoch

Die Weltwirtschaft steht am Dienstag im Zeichen der Zentralbanken. Die Bank of Japan (BOJ) lieferte die erwartete Zinserhöhung um einen Viertelprozentpunkt auf 1% – das höchste Niveau seit 31 Jahren. Damit setzt Japan seinen geldpolitischen Normalisierungskurs fort, um den Preisdruck zu dämpfen, der durch den vom Iran-Krieg ausgelösten Energieschock verschärft worden war.

Der stellvertretende BOJ-Gouverneur Shinichi Uchida begrüßte das Memorandum zwischen den USA und dem Iran, wies jedoch auf die Ungewissheit hinsichtlich des „Tempos der Verbesserung" des Ölflusses hin. Der gut vorbereitete Zinsschritt hatte kaum Auswirkungen auf den Yen, der weiterhin nahe der Marke von 160 zum Dollar notierte. Analysten warnen: Jede weitere Schwäche von diesem Niveau aus könnte eine weitere Runde staatlicher Interventionen zur Stützung der Währung auslösen.

Die Reserve Bank of Australia (RBA) entschied sich derweil für eine Zinspause und beließ den Leitzins unverändert bei 4,35%. Als Begründung nannte die Notenbank die sich abkühlende Wirtschaft – warnte jedoch gleichzeitig, dass die Inflation weiterhin zu hoch sei und weitere Zinserhöhungen nicht ausgeschlossen seien.

Iran-Abkommen bremst Ölpreisrallye

Die weltweite Aktienrallye, die durch das vorläufige Abkommen zwischen den USA und dem Iran ausgelöst worden war, schwächte sich am Dienstag ab. Die Märkte warten auf weitere Details zu den Bedingungen und suchen nach Anzeichen dafür, dass es zu einer bedeutenden Zunahme des Tankerverkehrs durch die Straße von Hormus führen würde. Trotz der Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, wonach Öltanker die Straße von Hormus verlassen würden, waren in den Schiffsverfolgungsdaten am Montag keine nennenswerten Tankerdurchfahrten zu erkennen.

Die Ölsorte Brent gab am Dienstag weiter nach, nachdem sie am Montag bereits um rund 5% gefallen war, hielt sich jedoch über der Marke von 80 Dollar pro Barrel. Trump hatte angekündigt, dass der Text des Abkommens nach der formellen Unterzeichnung am Freitag veröffentlicht werde. Unterdessen ließen die Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon am Montag nach.

Die globalen Aktienmärkte zeigten sich trotz der Unsicherheiten stabil: Die wichtigsten asiatischen Indizes legten leicht zu, die europäischen Börsen eröffneten höher, und die Wall-Street-Futures notierten vor Handelsbeginn weitgehend unverändert.

Fed und Bank of England im Blickpunkt

Während die Federal Reserve und die Bank of England bei ihren Sitzungen am Mittwoch bzw. Donnerstag voraussichtlich die Zinsen unverändert lassen werden, wird ihre Wortwahl von Anlegern genau unter die Lupe genommen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Aussicht auf eine Beilegung des Iran-Krieges die künftigen Zinspfade der beiden Notenbanken beeinflussen könnte.

SpaceX auf dem Weg in die Top 5 der wertvollsten Unternehmen

Im Technologiesektor sorgte SpaceX von Elon Musk für Aufsehen. Nach dem Mammut-Börsengang am vergangenen Freitag stieg die Aktie am Montag um mehr als 19%. Die vorbörslichen Kursbewegungen brachten das Unternehmen auf Kurs, das fünftgrößte Unternehmen der Welt zu werden und damit Amazon mit einem Marktwert von 2,7 Billionen Dollar zu übertreffen.

Besonders bemerkenswert: Bis zum Dienstagmorgen wechselten SpaceX-Aktien im Wert von mehr als 1,16 Milliarden Dollar den Besitzer – das entspricht dem Mehrfachen des Handelsvolumens von Nvidia, Microsoft, Tesla und Apple zusammen in diesem Zeitraum.

Nvidia zapft Anleihemarkt an

Nvidia kündigte am Montag eine US-Anleiheemission im Volumen von 25 Milliarden Dollar an – das erste Mal seit 2021, dass der Chiphersteller den Fremdkapitalmarkt anzapft. Damit reiht sich Nvidia in eine Reihe von Tech-Schwergewichten ein, die inmitten des KI-Booms Kapital aufnehmen. Als Auslöser gilt jedoch nicht der Bedarf an Investitionsausgaben, sondern der Wunsch, eine liquide Benchmark für die eigenen Kreditkosten zu etablieren.

Auf politischer Ebene trifft sich die G7 derzeit im französischen Badeort Évian-les-Bains, um über Krieg, globale wirtschaftliche Ungleichgewichte und den rasanten Aufstieg der künstlichen Intelligenz zu diskutieren. Laut einer aktuellen Reuters/Ipsos-Umfrage befürworten rund 24% der Amerikaner das Management von Präsident Trump in Bezug auf die Lebenshaltungskosten – gegenüber 22% in der Vorwoche und 20% vor einem Monat. Der Anteil der Ablehnenden sank auf 69%, verglichen mit 73% einen Monat zuvor.

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