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Zentralbanken kauften zu Jahresbeginn deutlich weniger Gold als erwartet

Der World Gold Council revidiert seine Schätzungen drastisch nach unten – und erwartet für das Gesamtjahr sinkende Käufe.

Zentralbanken kauften zu Jahresbeginn deutlich weniger Gold als erwartet

Die Zentralbanken weltweit haben zu Beginn des Jahres 2025 weit weniger Gold erworben als bisher angenommen. Laut dem World Gold Council (WGC), dem führenden Branchenverband der Goldindustrie, beliefen sich die Käufe im ersten Quartal auf lediglich 57 Tonnen. Das ist eine massive Abweichung von den ursprünglichen Schätzungen.

Die Revision fällt dabei besonders drastisch aus: Die neuen Zahlen liegen um 187 Tonnen unter den zuvor veröffentlichten Schätzwerten. Der WGC gab diese überarbeiteten Daten in einem Bericht am Donnerstag bekannt. Damit markiert das erste Quartal den schwächsten Jahresauftakt für Zentralbankkäufe seit weit über einem Jahrzehnt.

Erholung der Nachfrage reicht nicht aus

Obwohl sich die Goldnachfrage der Zentralbanken nach dem schwachen Jahresauftakt seither wieder erholt hat, bleibt die Gesamtlage gedämpft. Der WGC erwartet, dass das Gesamttempo der Käufe im laufenden Jahr unter das Niveau von 2025 fallen wird. Die ursprüngliche Schätzung hatte demnach ein deutlich optimistischeres Bild gezeichnet, das sich nun als nicht haltbar erweist.

Für Goldanleger und Marktbeobachter ist diese Entwicklung von erheblicher Bedeutung. Zentralbanken gelten seit Jahren als einer der wichtigsten Nachfragetreiber am Goldmarkt. Insbesondere nach dem Jahr 2022, als westliche Staaten russische Währungsreserven einfroren, hatten viele Notenbanken – vor allem aus Schwellen- und Entwicklungsländern – ihre Goldkäufe deutlich ausgeweitet, um ihre Reserven zu diversifizieren und unabhängiger vom US-Dollar zu werden.

Bedeutung für den Goldmarkt

Die Zentralbanknachfrage hat in den vergangenen Jahren maßgeblich zur Preisentwicklung von Gold beigetragen. Ein Rückgang dieser Nachfrage könnte entsprechend Druck auf den Goldpreis ausüben, auch wenn andere Faktoren wie geopolitische Unsicherheiten und die Investmentnachfrage weiterhin eine wichtige Rolle spielen.

Die überarbeiteten Daten des WGC verdeutlichen zudem, wie schwierig es ist, die Käufe von Zentralbanken in Echtzeit zu erfassen. Viele Notenbanken melden ihre Goldtransaktionen mit erheblicher Verzögerung oder gar nicht, was zu großen Abweichungen zwischen vorläufigen Schätzungen und späteren Revisionen führen kann.

Für private Anleger in Deutschland, die Gold als Beimischung im Portfolio halten, liefert der WGC-Bericht ein wichtiges Signal: Die institutionelle Nachfrage, die den Goldmarkt in den vergangenen Jahren gestützt hat, könnte 2025 schwächer ausfallen als erhofft. Ob dies nachhaltige Auswirkungen auf den Goldpreis haben wird, bleibt abzuwarten.

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