Kreuzverhör im FTX-Fall: Belastungszeugen sagen aus
Motivation und Enthüllungen - Zeugenaussagen beleuchten den Betrugsprozess und die Krypto-Welt

Im laufenden Betrugsverfahren gegen den Gründer der mittlerweile kollabierten Kryptobörse FTX, Sam Bankman-Fried, steht eine der Hauptbelastungszeugen, Caroline Ellison, vor einer entscheidenden Phase im Gerichtsprozess. Das Kreuzverhör, das für kommenden Donnerstag anberaumt ist, wird sich voraussichtlich auf die Motivation von Ellison konzentrieren, gegen ihren ehemaligen Lebensgefährten auszusagen.
Caroline Ellison, ehemalige Chefin von Bankman-Frieds Brokerhaus Alameda, erhob in diesem Verfahren schwere Vorwürfe gegen ihn. Sie beschuldigte ihn unter anderem, sie dazu gedrängt zu haben, den Kreditgebern eine irreführende Bilanz von Alameda vorzulegen. In einer emotionalen Aussage gab sie zu, dass sie ständig in Angst gelebt habe, dass die Wahrheit eines Tages ans Licht kommen würde. Die Pleite von FTX hatte für sie jedoch eine befreiende Wirkung: "Ich fühlte eine Erleichterung, dass ich nicht mehr lügen musste."
Darüber hinaus beschrieb Ellison Bankman-Fried als jemanden, der nach seinen eigenen Regeln lebte. Er betrachtete sich selbst als "Utilitaristen", der danach strebte, das größtmögliche Gute für die größte Anzahl von Menschen zu erreichen. "Er war nicht der Meinung, dass Regeln wie 'Du sollst nicht lügen' oder 'Du sollst nicht stehlen' in diesen Rahmen passen."
Caroline Ellison ist nicht die einzige Belastungszeugin in diesem Fall. Zuvor hatte bereits der ehemalige FTX-Technikchef und Mitgründer Gary Wang schwere Vorwürfe gegen Bankman-Fried erhoben. Im Laufe des Verfahrens soll auch Nishad Singh, ein weiterer ehemaliger Vertrauter, aussagen. Alle drei, Ellison, Wang und Singh, hatten sich bei einer Anhörung schuldig bekannt und ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft erklärt.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDie Anklage wirft Bankman-Fried vor, heimlich Milliarden verschoben zu haben, um damit Spekulationen zu betreiben und seinen luxuriösen Lebensstil zu finanzieren. Trotz mehrfacher Betrugsvorwürfe hat er stets seine Unschuld beteuert, jedoch Fehler in der Unternehmensführung eingestanden. Der Prozess ist auf sechs Wochen angesetzt, und im Falle einer Verurteilung könnte Bankman-Fried eine Haftstrafe von bis zu 115 Jahren drohen.


