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Zevia-Aktie springt: Kanen fordert Verkauf des Getränkeherstellers

Aktivistischer Aktionär Kanen Wealth Management drängt Zevia-Vorstand zu strategischen Alternativen – Aktie legt vorbörslich 6,9 Prozent zu.

Zevia-Aktie springt: Kanen fordert Verkauf des Getränkeherstellers

Die Aktie des US-Getränkeherstellers Zevia Pbc (NYSE: ZVIA) legte am Freitag im vorbörslichen Handel um 6,9 Prozent zu. Auslöser war ein Brief des aktivistischen Aktionärs Kanen Wealth Management, der den Vorstand zur Prüfung eines Unternehmensverkaufs auffordert. Kanen hält rund 4 Prozent der ausstehenden Zevia-Aktien und macht damit erheblichen Druck auf das Management.

In dem am Donnerstag datierten Schreiben fordert Kanen die sofortige Einleitung einer formellen Prüfung strategischer Alternativen, ausdrücklich einschließlich eines vollständigen Verkaufs des Unternehmens. Der Aktionär schätzt, dass Zevia bei einem Verkauf einen Wert von 2,75 bis 3,75 US-Dollar je Aktie erzielen könnte. Der Mittelwert dieser Spanne würde mehr als das Doppelte des damaligen Kurses bedeuten – nach Abzug der Verbindlichkeiten aus der unternehmenseigenen Steuererstattungsvereinbarung (Tax Receivable Agreement).

Vergleich mit Poppi und Olipop zeigt Bewertungslücke

Als Beleg für den potenziellen Wert verwies Kanen auf jüngste Transaktionen im Segment natürlich gesüßter Limonaden. PepsiCo übernahm den Konkurrenten Poppi im März 2025 für 1,95 Milliarden US-Dollar, was etwa dem 3,9-Fachen des Umsatzes entspricht. Der Rivale Olipop wurde im Februar 2025 in einer Finanzierungsrunde mit 1,85 Milliarden US-Dollar bewertet. Zevia hingegen kommt derzeit auf einen Unternehmenswert (Enterprise Value) von lediglich rund 100 Millionen US-Dollar – das entspricht etwa dem 0,6-Fachen des erwarteten Nettoumsatzes. Die Bewertungslücke zu den Wettbewerbern ist damit erheblich.

Kanen kritisiert in dem Brief scharf, dass Vorstand und Management das starke Wachstum in der Kategorie moderner Limonaden nicht genutzt hätten. Die Kategorie wuchs innerhalb eines einzigen Jahres um 83 Prozent auf 1,8 Milliarden US-Dollar, während sich die Käuferbasis auf 44 Millionen Haushalte verdoppelte. Zevia hingegen verzeichnete im selben Zeitraum einen Rückgang des Nettoumsatzes um 6,8 Prozent – ein deutlicher Kontrast zur Marktdynamik.

Hohe Marketingausgaben ohne nachhaltigen Effekt

Besonders brisant sind die Zahlen zu den Marketingausgaben: Zwischen 2022 und 2025 investierte Zevia insgesamt 225 Millionen US-Dollar in Vertrieb und Marketing und erschloss dabei 7.000 neue Verkaufsstellen. Die Gesamtzahl der Vertriebspunkte stieg damit auf rund 39.000. Trotz dieser massiven Investitionen sank der Nettoumsatz, und die Haushaltspenetration blieb mit etwa 5 Prozent unverändert – ein Ergebnis, das Kanen als klares Versagen des Managements wertet.

In den drei Jahren bis November 2024 belegte Zevia mit einem wertmäßigen Marktanteil von rund 12 Prozent den dritten Platz in der Kategorie. Zum Vergleich: Poppi kam auf 38 Prozent, Olipop auf 33 Prozent. Zevia verliert also trotz erheblicher Ausgaben weiter Boden gegenüber den führenden Wettbewerbern.

CEO-Ernennung ohne externe Suche unter Beschuss

Kanen stellt in dem Brief zudem das Verfahren des Vorstands bei der Ernennung von Alexandre Ruberti zum CEO im Juni 2026 infrage. Das Angebotsschreiben an Ruberti war demnach auf denselben Tag datiert wie die Rücktrittserklärung des vorherigen CEO – ohne dass eine externe Suche bekannt gegeben worden wäre. Dieser Vorgang wirft nach Ansicht des aktivistischen Aktionärs Fragen zur Corporate Governance des Unternehmens auf.

Für deutsche Anleger ist der Fall Zevia ein anschauliches Beispiel für aktivistischen Aktionärsdruck im US-Markt. Wenn ein Großaktionär öffentlich einen Unternehmensverkauf fordert und dabei konkrete Bewertungsszenarien nennt, reagieren die Märkte in der Regel unmittelbar – wie der vorbörsliche Kursanstieg von 6,9 Prozent zeigt. Ob der Zevia-Vorstand dem Druck nachgibt und einen formellen Verkaufsprozess einleitet, bleibt abzuwarten.

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