Zollchaos bei US-Importen aus China
Neue Regelungen verzögern Lieferzeiten und belasten internationale Logistiknetzwerke

Die Deutsche Post DHL stand kurz vor der Veröffentlichung einer neuen Pressemitteilung, als sich die Situation plötzlich änderte. Die US-Postbehörde USPS nahm nach einer kurzfristigen Einstellung wieder Pakete aus China und Hongkong zur Auslieferung an. Diese Entwicklung erforderte eine erneute Bewertung der Lage durch DHL. Zuvor hatte USPS die Annahme solcher Sendungen für 24 Stunden komplett eingestellt.
DHL betonte, dass es zu keinem massenhaften Rückstau von Paketen aus China gekommen sei, da die Verzollung der von DHL transportierten Sendungen nicht durch USPS erfolgt. Lediglich Pakete, die direkt von USPS verzollt wurden, waren von dem temporären Problem betroffen. Die kurzfristigen Lieferengpässe gelten als erstes Anzeichen für mögliche Verwerfungen, die sich aus der Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump ergeben könnten. DHL steht diesbezüglich in engem Austausch mit US-Zollexperten, um die Auswirkungen veränderter Regelungen für Sendungen mit geringem Warenwert aus China zu klären.
Trump hatte die sogenannte "De-Minimis-Regel" außer Kraft gesetzt, die eine zollfreie Einfuhr von Paketen mit einem Warenwert von unter 800 Dollar ermöglichte. Die Regel geriet ins Visier der US-Regierung, da über solche Sendungen angeblich Fentanyl, andere Drogen sowie Ausrüstung und Vorprodukte für deren Herstellung verschickt worden sein sollen. Diese Änderung betrifft jedoch auch den Import von kostengünstigen Waren und Fast Fashion von Plattformen wie Temu und Shein.
Die Grenze für zollfreie Sendungen war 2016 von 200 auf 800 Dollar erhöht worden, um den US-Zollbeamten die Abfertigung der Vielzahl kleiner Pakete zu erleichtern. Dies führte jedoch zu einem weiteren Anstieg des Paketaufkommens aus China. Trotz Trumps Bestreben, die Bürokratie abzubauen, setzt die Regierung an den Landesgrenzen wieder verstärkt auf Kontrolle. Dies könnte zu erheblichen Verzögerungen bei der Zollabfertigung führen. DHL Express warnt bereits vor längeren Abfertigungszeiten für Sendungen aus China in die USA und berät Kunden zu den Details. Auch Fedex meldete im Oktober, dass die gewohnten Lieferzeiten aufgrund drohender Engpässe bei der Zollabfertigung nicht eingehalten werden könnten.
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Zur AktienanalyseIn Europa plant man einen differenzierteren Umgang mit den Herausforderungen durch den Paketimport aus China. Sendungen mit einem Warenwert von bis zu 150 Euro sind in der EU zollfrei. Angesichts der Masse an Sendungen stößt jedoch auch die Kontrolle von Warenwert, Produktsicherheit und Fälschungen an ihre Grenzen. Die EU-Kommission plant daher die Einführung einer Bearbeitungsgebühr für jedes Paket aus dem Online-Handel, um den Mehraufwand der Zollbehörden zu kompensieren. Die Bundesregierung hat zudem einen Aktionsplan gegen Billiganbieter beschlossen, der verstärkte Kontrollen vorsieht. Ziel ist es, den Missbrauch von Zollfreigrenzen durch falsche Deklarationen des Warenwerts zu verhindern.

