Zunahme von Asbesterkrankungen in Deutschland befürchtet
Umbauten im Zuge der Energiewende könnten Millionen Tonnen Asbest freisetzen

In Deutschlands Gebäuden lauert eine unsichtbare Gefahr: Asbest. Millionen Tonnen dieses gefährlichen Materials wurden in den 50er bis 80er Jahren verbaut. Die Umbauten im Zuge der Energiewende könnten nun dazu führen, dass die gefährlichen Fasern erneut freigesetzt werden. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) warnt vor einer drohenden Welle von Asbesterkrankungen und fordert strengere Arbeitsschutzkontrollen.
Werner Lüerß, ein 74-jähriger ehemaliger Bauarbeiter, kann ein Lied von den Folgen des Umgangs mit Asbest singen. Obwohl er sich stets bemühte, sich vor den gesundheitsschädlichen Fasern zu schützen, wurde er mit einer schweren Lungenkrankheit diagnostiziert. Asbestose, eine Verhärtung der Lunge durch Asbestfasern, kann zu chronischen Entzündungen, Lungenkrebs und anderen ernsten Erkrankungen führen. Trotz des Verbots von Asbest in Deutschland im Jahr 1993 könnten energetische Sanierungen und Städteumbauten nun dazu führen, dass erneut gefährliche Mengen freigesetzt werden.
In vielen alten Gebäuden verbaut, von Wandfliesen bis zu Rohrleitungen, stellen Asbestfasern eine unsichtbare Gefahr dar. Besonders alarmierend ist die Tatsache, dass Deutschland sich zum Ziel gesetzt hat, bis 2045 klimaneutral zu sein. Dies erfordert umfangreiche Sanierungen, bei denen Asbest freigesetzt werden könnte. Die Herausforderung besteht darin, Asbest sicher zu entfernen, was technisch anspruchsvoll und kostspielig ist.
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Zur AktienanalyseDie IG BAU fordert daher verstärkte Arbeitsschutzkontrollen, Aufklärung über die Asbestgefahr und staatliche Förderprogramme zur Beseitigung von Asbest. Ohne angemessene Unterstützung könnten städtische Wohnungsunternehmen, die zahlreiche betroffene Einheiten besitzen, mit enormen Kosten belastet werden. Es bleibt zu hoffen, dass die Regierung Maßnahmen ergreift, um eine drohende Welle von Asbesterkrankungen zu verhindern und diejenigen, die bereits betroffen sind, angemessen zu unterstützen.


