Zusatzbeiträge der Krankenkassen steigen drastisch 2025
Millionen Versicherte zahlen mehr – Wechseloptionen und Sparprogramme im Überblick

Die gesetzlich Krankenversicherten in Deutschland sehen sich 2025 mit einer erheblichen Erhöhung ihrer Beiträge konfrontiert. Über 57 Millionen Beitragszahler werden mehr zahlen müssen, während der Beitrag bei weniger als zwei Millionen Mitgliedern unverändert bleibt. Insgesamt erhöhen 73 Krankenkassen ihre Zusatzbeiträge, darunter auch Deutschlands größte Krankenkasse, die Techniker Krankenkasse, die ihren Beitrag von 1,2 auf 2,45 Prozent mehr als verdoppeln wird. Dennoch bleibt sie unter dem prognostizierten Durchschnittssatz von 2,5 Prozent.
Der GKV-Schätzerkreis, ein Expertengremium, hatte bereits eine Erhöhung der Zusatzbeiträge für 2025 vorausgesagt. Grund dafür sind unter anderem stark abgeschmolzene Rücklagen der Kassen und ein Defizit von 2,2 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2024. Von den 97 gesetzlichen Krankenkassen haben zehn bisher keine Angaben zu ihren Beiträgen gemacht. Experten vermuten, dass diese Kassen, meist kleinere Anbieter, tendenziell höhere Beiträge haben werden. Besonders betroffen sind Mitglieder der Mobil Krankenkasse, deren Zusatzbeitrag von 1,49 auf 3,89 Prozent steigt, sowie der Knappschaft, die den höchsten Beitrag von 4,4 Prozent verlangt.
Der Zusatzbeitrag, 2015 eingeführt, ist ein variabler Prozentsatz, der auf den Grundbeitrag von 14,6 Prozent aufgeschlagen wird. Dieser Grundbeitrag wird je zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern getragen, während der Zusatzbeitrag vollständig vom Versicherten übernommen werden muss. Bei einem Einkommen von 5000 Euro brutto im Monat bedeutet ein Anstieg des Zusatzbeitrags um einen Prozentpunkt eine zusätzliche Belastung von 25 Euro pro Monat.
Ein Wechsel der Krankenkasse ist für gesetzlich Versicherte nach einer Beitragserhöhung innerhalb von zwei Monaten möglich. Ohne Erhöhung besteht diese Möglichkeit jährlich. Fachleute warnen jedoch davor, einen Wechsel ausschließlich aus Kostengründen durchzuführen. Zwar sind über 90 Prozent der Leistungen bei allen Kassen identisch, doch bieten einige Anbieter besondere Zusatzleistungen an, die besser zu individuellen Bedürfnissen passen können, wie etwa spezielle Programme für Familien oder Präventionsangebote.
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Zur AktienanalyseSparwillige Versicherte können von Bonusprogrammen profitieren, die Prämien für gesundheitsbewusstes Verhalten oder das Nichtinanspruchnehmen von Leistungen auszahlen. Solche Anreize können die finanzielle Belastung durch höhere Beiträge teilweise ausgleichen. Dennoch bleibt die Erhöhung des Zusatzbeitrags für viele Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung eine spürbare finanzielle Herausforderung.


