ALDI USA: 9-Milliarden-Dollar-Expansion trotz Trump-Zöllen
Die deutsche Discountkette ALDI plant 2026 die Eröffnung von über 180 neuen Filialen in den USA. Mit einem Investitionsvolumen von neun Milliarden Dollar profitiert der Konzern von steigenden Lebensmittelpreisen durch Trump-Zölle.

Die Discount-Supermarktkette ALDI setzt auf massives Wachstum in den Vereinigten Staaten. Im laufenden Jahr will das Unternehmen mehr als 180 neue Filialen eröffnen – Teil eines ambitionierten Fünfjahresplans mit einem Investitionsvolumen von neun Milliarden US-Dollar. Bis Ende 2026 soll die Zahl der US-Standorte auf knapp 2.800 steigen.
Aggressive Expansionsstrategie bis 2028
Das langfristige Ziel ist noch ehrgeiziger: Bis 2028 strebt ALDI 3.200 Filialen in den USA an. Die Expansion umfasst dabei auch neue Bundesstaaten wie Maine und Colorado, die bisher nicht zum Portfolio gehörten. Parallel dazu entstehen neue Logistikzentren in Florida, Arizona und Colorado, um die Versorgungskette zu stärken.
Zusätzlich erweitert der Discounter seine digitalen Vertriebskanäle durch Kooperationen mit Lieferdiensten wie Uber Eats. Diese Strategie zielt darauf ab, neue Kundengruppen zu erschließen und den wachsenden E-Commerce-Trend im Lebensmittelhandel zu nutzen.
Jeder dritte US-Haushalt kauft bei ALDI
Die Zahlen sprechen für sich: Im vergangenen Jahr hat bereits jeder dritte US-Haushalt bei ALDI eingekauft, wie US-Chefin Atty McGrath bestätigt. Das Unternehmen feiert 2026 sein 50-jähriges Jubiläum in den USA und trifft mit seinem Konzept aus günstigen Eigenmarken und minimalistischem Einkaufserlebnis einen Nerv bei amerikanischen Verbrauchern.
ALDI zählt zu den am schnellsten wachsenden Einzelhändlern des Landes. In der aktuellen "NRF Top 100 Retailers 2025"-Liste belegt der Konzern beim Umsatz Platz 14 – mit deutlichem Abstand zu Branchenriesen wie Walmart, Amazon, Costco oder Kroger. Das zeigt das erhebliche Wachstumspotenzial, das noch vor dem deutschen Discounter liegt.
Trump-Zölle als Wachstumstreiber
Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist paradoxerweise die Wirtschaftspolitik von US-Präsident Donald Trump. Seine hohen Zölle auf importierte Waren wie Obst, Gemüse und Reis treiben die Lebensmittelpreise nach oben. Die Inflationsrate in den USA war zeitweise auf 3,0 Prozent gestiegen.
Dieser Preisdruck zwingt amerikanische Verbraucher zu einem bewussteren Einkaufsverhalten. Sie greifen verstärkt zu erschwinglichen Produkten und Eigenmarken – ein Trend, von dem Discounter wie ALDI, Walmart und Dollar General profitieren. Die Verschiebung der Kaufkraft hin zu preisorientierten Anbietern beschleunigt ALDIs Marktanteilsgewinne.
Inflationsdynamik bleibt unsicher
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Zur AktienanalyseOb dieser Rückenwind anhält, ist allerdings fraglich. Einige Ökonomen erwarten, dass der zollbedingte Inflationsschock in der zweiten Jahreshälfte 2026 nachlassen könnte. Im November lag die Inflationsrate bei 2,7 Prozent – deutlich unter den Erwartungen.
Allerdings warnt Michael Pfister von der Commerzbank vor voreiligen Schlüssen. Der niedrigere Wert sei teilweise auf methodische Effekte zurückzuführen: "Bei einigen Gütern wurde aufgrund des Shutdowns keine Preissteigerung gemessen, sondern einfach der Vormonatswert fortgeschrieben, was die Inflation künstlich gedrückt hat."
Die Dezember-Daten werden zeigen, ob es tatsächlich zu einem erneuten stärkeren Preisanstieg gekommen ist. Für ALDI könnte ein anhaltend hohes Preisniveau die Expansionspläne weiter beflügeln und die Investition von neun Milliarden Dollar rechtfertigen.


