Aldi USA auf der Überholspur: Discounter fordert Kroger heraus
Der deutsche Discounter Aldi plant bis 2026 über 180 neue Filialen in den USA und könnte damit zur zweitgrößten Supermarktkette nach Filialen aufsteigen. Mit Investitionen von neun Milliarden Dollar bis 2028 intensiviert das Unternehmen den Wettbewerb mit

Die neue Führung bei Aldi USA zeigt sich ambitioniert: Unter CEO Atty McGrath, die im September 2024 Jason Hart ablöste, plant der deutsche Discounter eine massive Expansion. Bis Ende 2026 sollen mehr als 180 neue Filialen eröffnen – ein Tempo, das die aggressive Wachstumsstrategie des Vorgängers fortsetzt.
Kampf um Platz zwei im US-Markt
Mit dann rund 2.800 Geschäften würde Aldi USA nach Filialanzahl zur Nummer zwei der amerikanischen Supermarktketten aufsteigen. Derzeit liegt noch Kroger mit etwa 2.700 Filialen knapp vorn. Der Marktführer Walmart mit fast 4.600 Geschäften und 640 Milliarden Euro Jahresumsatz bleibt jedoch in unerreichbarer Distanz.
Die Schlacht um den ersten Verfolgerplatz verschärft sich: Kroger kündigte im Dezember 2024 an, seine Neubau-Quote bis Ende 2026 um 30 Prozent zu steigern und rund 200 Millionen Dollar in Expansion und Modernisierung zu investieren. Gleichzeitig plant der Konzern jedoch die Schließung von etwa 60 unrentablen Filialen.
Milliarden-Investition in die USA-Expansion
Aldis Langzeitstrategie ist konkret formuliert: Bis Ende 2028 soll die Filialzahl auf 3.200 steigen. Dafür investiert das Unternehmen zwischen 2024 und 2028 insgesamt neun Milliarden US-Dollar. Diese Pläne hatte bereits Vorgänger Jason Hart im März 2024 angekündigt, unter dessen zehnjähriger Führung Aldi durchschnittlich mehr als 100 Filialen pro Jahr eröffnete.
Die neue CEO McGrath setzt auf Kontinuität mit frischen Akzenten: Im September 2024 führte Aldi USA das Label "An Aldi Original" auf den meisten Eigenmarkenverpackungen ein, um Bekanntheitsgrad und Kundenloyalität zu steigern. Zudem baut der Discounter seine Lieferservice-Kooperationen mit Instacart, Doordash und Uber Eats weiter aus.
Vom Discount-Image zur Mittelschicht-Akzeptanz
Unter Harts Führung gelang Aldi ein bemerkenswerter Imagewandel: Der Discounter gilt heute auch in der amerikanischen Mittelschicht als akzeptable Einkaufsalternative. In Zeiten hoher Inflation erweisen sich die niedrigen Preise als starkes Kaufargument für immer mehr US-Konsumenten.
Genau vor 50 Jahren startete Aldi Süd sein USA-Abenteuer mit der ersten Filiale in Iowa City. Heute beschäftigt das Unternehmen mehr als 46.000 Mitarbeiter. Zusammen mit Trader Joe's, einer Tochter von Aldi Nord, erwirtschaften die deutschen Discounter rund 42 Milliarden Euro Umsatz in den USA. Schätzungen für Aldi USA allein liegen zwischen 22 und 27 Milliarden Euro.
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Zur AktienanalyseMarktanteile relativieren den Erfolg
Trotz der beeindruckenden Expansion zeigt ein Blick auf die Marktanteile die Dimensionen des US-Lebensmittelmarktes: Laut dem Marktforschungsunternehmen Numerator aus Chicago hält Walmart rund 21 Prozent Marktanteil. Kroger und Costco folgen mit je 8,5 Prozent, Albertsons mit sechs Prozent. Aldi USA erreicht bisher nur 2,8 Prozent Marktanteil.
Für CEO McGrath bedeutet dies: Trotz des Status als einer der am schnellsten wachsenden Lebensmittelhändler der USA bleibt noch erhebliches Potenzial. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die Milliarden-Investitionen nicht nur die Filialzahl, sondern auch den Marktanteil signifikant steigern können.


