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Asiens Börsen erholen sich trotz Tech-Ausverkauf und US-Iran-Spannungen

Asiatische Märkte machen frühe Verluste wett – gestützt durch eine moderate Tech-Erholung und Hoffnungen auf eine Deeskalation im US-Iran-Konflikt.

Asiens Börsen erholen sich trotz Tech-Ausverkauf und US-Iran-Spannungen

Asiatische Aktien haben am Donnerstag ihre anfänglichen Verluste weitgehend aufgeholt und leicht zugelegt. Unterstützung kam von einer moderaten Erholung bei stark unter Druck geratenen Technologiewerten sowie von der Hoffnung der Märkte auf eine Kampfpause zwischen den USA und dem Iran. Die regionalen Märkte hatten zuvor schwache Vorgaben von der Wall Street erhalten, die durch anhaltende Verluste im Technologiesektor und starke US-Verbraucherpreisdaten für Mai belastet worden war.

Der südkoreanische KOSPI legte um 0,2 % zu, nachdem er zwischenzeitlich um bis zu 4 % eingebrochen war. Maßgeblich für die Erholung war das Schwergewicht SK Hynix, das von einem Bericht profitierte, wonach das Unternehmen seine Wafer-Kapazität verdreifachen plane. Der japanische Nikkei 225 gewann ebenfalls leicht und schloss 0,1 % im Plus. Die S&P 500 Futures stabilisierten sich im asiatischen Handel und machten anfängliche Verluste teilweise wett.

Tech-Sektor unter Druck: KI-Rallye verliert an Schwung

Chip-Aktien belasteten den Technologiesektor in dieser Woche besonders stark, da Anleger nach der durch künstliche Intelligenz getriebenen Rallye im Mai Gewinne mitnahmen. Im Juni kühlte sich die KI-Euphorie angesichts anhaltender Zweifel an den langfristigen Renditen der Branche spürbar ab. Zusätzlichen Druck erzeugte ein Bericht des Wall Street Journal vom Mittwochabend: Demnach erwägt der KI-Marktführer OpenAI angesichts des wachsenden Wettbewerbs durch den Rivalen Anthropic drastische Preissenkungen. Diese könnten den Umsatz eines Unternehmens weiter untergraben, das bereits tief in den roten Zahlen steckt.

Der Hongkonger Hang Seng Index blieb deutlich hinter seinen regionalen Mitbewerbern zurück und verlor 1,3 %. Alibaba Group gab dabei um mehr als 5 % nach, da Fragen zu den KI-Aussichten des Unternehmens aufkamen. JD.com fiel um über 3 %, nachdem lokale Medien berichteten, dass das Unternehmen wegen Vorwürfen irreführender Werbung unter behördlicher Beobachtung stehe. Chinas breitere Indizes CSI 300 und Shanghai Composite notierten ebenfalls im Minus – mit Verlusten von 0,6 % beziehungsweise 0,3 %.

US-Iran-Konflikt hält Märkte in Atem

Die geopolitische Lage bleibt ein zentraler Belastungsfaktor für die globalen Finanzmärkte. Die USA erklärten, mehrere militärische Ziele im Iran angegriffen zu haben, woraufhin Teheran mit Vergeltungsschlägen gegen amerikanische Stützpunkte und Verbündete im Nahen Osten reagierte. Das US-Militär teilte jedoch auch mit, seine Angriffe gegen den Iran abgeschlossen zu haben – was Hoffnungen auf eine Deeskalation weckte. Der Fokus der Märkte liegt nun auf einem möglichen Friedensabkommen, während US-Präsident Donald Trump gleichzeitig mit weiteren Angriffen drohte.

Die Ölpreise stiegen infolge der jüngsten Feindseligkeiten sprunghaft an und schürten damit zusätzliche Inflationssorgen. Bedenken hinsichtlich höherer Inflation und steigender Zinssätze blieben nach den starken US-Verbraucherpreisdaten für Mai ein zentrales Marktthema. Für den weiteren Verlauf des Donnerstags standen US-Erzeugerpreisdaten auf dem Programm, die weitere Hinweise auf die Inflationsentwicklung liefern sollten.

Im breiteren asiatisch-pazifischen Raum zeigte sich ein gemischtes Bild: Der australische ASX 200 machte frühe Verluste wett und notierte nahezu unverändert. Der Straits Times Index in Singapur stieg um 0,1 %, während der indische Nifty 50 Index nahezu unverändert in den Handel startete. Die Märkte bleiben damit in einem Spannungsfeld aus geopolitischen Risiken, Inflationsdruck und einer sich abkühlenden KI-Euphorie.

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