ASML hebt 2026-Prognose an: KI-Boom treibt Chip-Ausrüstung
Der weltgrößte Chip-Ausrüster übertrifft Erwartungen und profitiert massiv von der explodierenden KI-Nachfrage nach Halbleitern.

ASML, der weltweit größte Anbieter von Anlagen zur Chipherstellung, hat am Mittwoch starke Ergebnisse für das erste Quartal 2025 gemeldet und gleichzeitig seine Umsatzprognose für das Jahr 2026 deutlich angehoben. Der Grund: Die rasant wachsende Nachfrage nach künstlicher Intelligenz befeuert den Bedarf an Halbleitern – und damit an den hochspezialisierten Maschinen des niederländischen Unternehmens.
CEO Christophe Fouquet erklärte in einer Mitteilung: „Die Nachfrage nach Chips übersteigt das Angebot. Als Reaktion darauf beschleunigen unsere Kunden ihre Kapazitätserweiterungspläne für 2026 und darüber hinaus – und unsere Kunden haben ihre erwartete kurz- und mittelfristige Nachfrage nach unseren Produkten erhöht." Die Aussage unterstreicht, wie stark der KI-Boom die gesamte Halbleiterindustrie erfasst hat.
Das in Veldhoven (Niederlande) ansässige Unternehmen – gemessen an der Marktkapitalisierung das wertvollste Europas – erwartet für 2026 nun einen Umsatz zwischen 36 und 40 Milliarden Euro (rund 42 bis 47 Milliarden US-Dollar). Zuvor hatte ASML eine Spanne von 34 bis 39 Milliarden Euro prognostiziert. Analysten hatten laut LSEG-Daten im Schnitt 37,7 Milliarden Euro erwartet – die neue Prognose liegt damit am oberen Ende der Markterwartungen.
Starke Quartalszahlen übertreffen Erwartungen
Im ersten Quartal erzielte ASML einen Gewinn von 2,76 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 8,76 Milliarden Euro. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 2,36 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 7,74 Milliarden Euro ausgewiesen. Das entspricht einem Umsatzwachstum von rund 13 Prozent und einem Gewinnanstieg von knapp 17 Prozent im Jahresvergleich – beides über den Markterwartungen.
Investoren betrachten ASML als einen der zentralen Profiteure des KI-Booms nach dem sogenannten „Picks-and-Shovels"-Prinzip: So wie im Goldrausch nicht die Goldsucher, sondern die Werkzeugverkäufer am meisten verdienten, liefert ASML die unverzichtbare Infrastruktur für den Chip-Boom. Das Unternehmen beliefert Chiphersteller wie TSMC, das wiederum Prozessoren für Nvidia und Apple fertigt. Die ASML-Aktie ist im bisherigen Jahresverlauf bereits um 40 Prozent gestiegen – angetrieben durch den massiven Bau von Rechenzentren und einen anhaltenden Mangel an Speicherchips.
ASML: Monopolist bei EUV-Lithografiemaschinen
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Zur AktienanalyseASML ist weltweit der einzige Hersteller von EUV-Lithografiesystemen (Extreme Ultraviolet). Diese Maschinen sind für die Produktion modernster Chips unerlässlich, da sie die winzigen Schaltkreise in Halbleitern mit bisher unerreichter Präzision belichten. Jedes dieser Flaggschiff-Systeme – bekannt als Low-NA-EUV – kann bis zu 300 Millionen US-Dollar kosten.
Hinsichtlich der Lieferfähigkeit gab der Finanzvorstand des Unternehmens Entwarnung: ASML soll im Jahr 2026 in der Lage sein, 60 dieser Systeme auszuliefern – das entspricht einem Anstieg von 25 Prozent gegenüber 2025. Für das Jahr 2027 plant das Unternehmen eine weitere Kapazitätserhöhung auf 80 Systeme. Diese Ausbaupläne signalisieren, dass ASML die langfristige Nachfrage als strukturell und nachhaltig einschätzt – und nicht als vorübergehenden Hype.


