ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Bank of Canada lässt Leitzins zum fünften Mal in Folge unverändert

Technische Rezession, US-Zölle und Energiepreisschock zwingen Kanadas Zentralbank zur geldpolitischen Pause bei 2,25 Prozent.

Bank of Canada lässt Leitzins zum fünften Mal in Folge unverändert

Die Bank of Canada (BoC) dürfte ihren Leitzins am Mittwoch erneut unverändert bei 2,25 Prozent belassen. Es wäre bereits die fünfte Sitzung in Folge ohne Zinsänderung. Starke Inflations- und Arbeitsmarktdaten stehen einer schwächelnden Wirtschaft gegenüber, die im ersten Quartal in eine technische Rezession gerutscht ist.

Laut einer Reuters-Umfrage erwarten alle 34 befragten Ökonomen, dass die kanadische Zentralbank ihren Tagesgeldsatz am 10. Juni unverändert lässt. Mehr als 80 Prozent – konkret 28 von 34 Ökonomen – prognostizieren zudem, dass der Leitzins das gesamte Jahr 2026 stabil bleiben wird. Diese Einschätzung deckt sich mit den Ergebnissen der Umfrage vom April.

Komplexes Umfeld erschwert geldpolitische Entscheidungen

Gleich mehrere Faktoren belasten den wirtschaftlichen Ausblick Kanadas. US-Zölle auf Stahl, Aluminium und Automobile haben zu Arbeitsplatzverlusten und verzögerten Investitionsentscheidungen geführt. Die Folgewirkungen haben sich jedoch noch nicht vollständig auf die Gesamtwirtschaft ausgeweitet.

Zusätzlich belastet der von den USA unterstützte Krieg mit dem Iran die kanadischen Haushaltsbudgets durch gestiegene Benzinpreise. Als Nettoexporteur von Rohöl erzielt Kanada durch höhere Energiepreise gleichzeitig aber auch höhere Exporteinnahmen – ein zweischneidiges Schwert für die Wirtschaftspolitik.

Als größte Unsicherheit für die kanadische Wirtschaft gilt laut Ökonomen die bevorstehende Überprüfung des nordamerikanischen Freihandelsabkommens USMCA – des Abkommens zwischen den Vereinigten Staaten, Mexiko und Kanada.

Ökonomen warnen vor beidseitigen Inflationsrisiken

„Es gibt beidseitige Risiken für die Inflationsprognose für Kanada, und die Bank of Canada muss einen schmalen Grat wandern, um eine Geldpolitik festzulegen, die diese Risiken ausgleicht", sagte Randall Bartlett, stellvertretender Chefökonom der Desjardins Group. Er warnte, dass höhere Energiepreise infolge des Iran-Kriegs potenziell in die Kerninflation einfließen könnten. Gleichzeitig könnten anhaltende Störungen im Vorfeld der USMCA-Überprüfung die Unsicherheit verfestigen und die Ausgaben beeinträchtigen. Bartlett prognostiziert, dass die BoC die Zinsen für den Rest des Jahres 2026 unverändert lassen wird.

Auch Nathan Janzen, stellvertretender Chefökonom bei RBC, sieht die Zentralbank in einer abwartenden Haltung: „Es gab genügend Risse in den Wachstums- und Arbeitsmarktdaten, sodass die BoC vorsichtig bleibt, die Leitzinsen zu schnell in die eine oder andere Richtung zu ändern."

Arbeitsmarkt stark, Wirtschaft schwach – ein Widerspruch

Die jüngsten Konjunkturdaten zeichnen ein widersprüchliches Bild. Kanadas Arbeitslosenquote fiel im Mai auf ein Fünfmonatstief, da die Einstellungsbereitschaft zunahm – ein klares Zeichen für Stärke am Arbeitsmarkt. Gleichzeitig belegen andere Daten, dass die kanadische Wirtschaft im ersten Quartal in eine technische Rezession eingetreten ist.

Dieser Widerspruch spiegelt sich auch in den Erwartungen der Finanzmärkte wider. Die Geldmärkte preisen weiterhin eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im Dezember ein – eine Wette, die durch den robusten Arbeitsmarktbericht der Vorwoche zusätzlich gestärkt wurde. Die offizielle geldpolitische Entscheidung der BoC wird um 9:45 Uhr EDT (13:45 Uhr GMT) bekannt gegeben.

Bank Of CanadaLeitzins KanadaGeldpolitik KanadaTechnische RezessionUs-Zölle KanadaUSMCAZinsentscheidung 2026

Disclaimer