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Bank of Japan erwägt Pause bei Drosselung der Anleihekäufe

Insider berichten: Die BOJ könnte ab April 2027 ihre Reduzierung der Staatsanleihekäufe aussetzen – das Direktorium ist gespalten.

Bank of Japan erwägt Pause bei Drosselung der Anleihekäufe

Die Bank of Japan (BOJ) erwägt, die Drosselung ihrer Staatsanleihekäufe ab April 2027 zu pausieren. Das berichten vier mit der Angelegenheit vertraute Insider gegenüber Reuters. Damit würde die japanische Zentralbank einen zentralen Schritt ihres Plans zur quantitativen Straffung (QT) unterbrechen – ein Wendepunkt mit weitreichenden Folgen für die globalen Anleihemärkte.

Die Entscheidung ist jedoch noch nicht gefallen. Das neunköpfige Direktorium der BOJ gilt als gespalten: Ein Teil der Mitglieder will die Anleger beruhigen und eine Pause einlegen, während die andere Seite auf eine stetige Reduzierung der aufgeblähten Bilanz besteht. „Die BOJ kann es sich leisten, die Drosselung zu pausieren, da ihre Bestände allein durch das Auslaufen fälliger Anleihen erheblich sinken werden", zitiert Reuters eine der anonymen Quellen – eine Einschätzung, die von allen vier Insidern geteilt wird.

Auf ihrer Sitzung vom 15. bis 16. Juni wird die BOJ ihren laufenden Drosselungsplan überprüfen und einen neuen Plan für das Geschäftsjahr 2027 und darüber hinaus vorlegen. Marktteilnehmer beobachten dabei vor allem, ob die monatlichen Anleihekäufe weiter gesenkt oder auf dem geplanten Niveau von rund 2,1 Billionen Yen (umgerechnet etwa 13 Milliarden US-Dollar) pro Monat eingefroren werden.

Möglicher Wechsel zu unbefristetem Kaufmodell

Einem der Insider zufolge könnte die BOJ die Praxis aufgeben, jedes Jahr einen neuen Drosselungsplan zu entwerfen. Stattdessen würde sie zu einem unbefristeten Modell übergehen, bei dem sie sich dauerhaft zu monatlichen Käufen im Wert von 2,1 Billionen Yen verpflichtet. Dies würde den Märkten mehr Planungssicherheit geben und starke Renditeausschläge dämpfen.

Neben der QT-Entscheidung wird auf der Sitzung der nächsten Woche auch eine Zinserhöhung erwartet: Die BOJ soll ihren kurzfristigen Leitzins von 0,75 % auf 1,0 % anheben. Gouverneur Kazuo Ueda hatte zuletzt betont, die Zentralbank müsse auf die Stabilität am Anleihemarkt achten – ein Signal, dass starke Renditeschwankungen vermieden werden sollen.

Die Normalisierung der Geldpolitik läuft seit 2024 unter Ueda. Die BOJ hält derzeit Anleihebestände von rund 530 Billionen Yen und damit 49 % aller am Markt gehandelten japanischen Staatsanleihen (JGB). Jeder Schritt der Zentralbank hat damit massiven Einfluss auf die Renditen und die Finanzierungskosten des riesigen japanischen Schuldenbergs. Bereits jetzt sind die Bestände gegenüber dem Höchststand Ende 2023 um fast 20 % gesunken.

Gegenstimmen im Direktorium

Nicht alle Ratsmitglieder befürworten eine Pause. Naoki Tamura, ehemaliger Banker und Mitglied des Direktoriums, hatte im vergangenen Juni gegen die Entscheidung gestimmt, die Anleihekäufe im Geschäftsjahr 2026 um 200 Milliarden Yen pro Quartal zu senken – er hatte sogar eine Reduzierung um 400 Milliarden Yen gefordert. Ratsmitglied Junko Koeda betonte Anfang des Monats, die BOJ solle die Normalisierung ihrer Bilanz „stetig vorantreiben", wobei die enormen Anleihebestände ein „wesentlicher Faktor" seien.

Auch Ratsmitglied Hajime Takata, ein ehemaliger Anleihestratege, hatte im Februar gewarnt, dass reduzierte Käufe der BOJ einen Markt belasten könnten, der bereits mit Angebot überschwemmt ist. Unabhängig von einer möglichen Drosselungspause werden die Anleihebestände der BOJ durch das Auslaufen fälliger Staatsanleihen voraussichtlich um bis zu 50 Billionen Yen pro Jahr schrumpfen. Die Herausforderung für die BOJ – wie für viele Zentralbanken weltweit – bleibt, ihre aufgeblähte Bilanz abzubauen, ohne dabei die Märkte zu destabilisieren.

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