Barclays erwartet Bank of Japan Zinserhöhung im Oktober
Die britische Großbank hält trotz gestiegener September-Wahrscheinlichkeit an ihrer Oktober-Prognose für die BoJ fest.

Barclays hält an seiner Prognose fest, dass die Bank of Japan (BoJ) ihren Leitzins im Oktober anheben wird. Gleichzeitig betont das britische Geldhaus, dass ein Zinsschritt bereits im September nach der Juli-Sitzung der japanischen Zentralbank fast ebenso wahrscheinlich geworden ist.
Auf ihrer Juli-Sitzung verschärfte die BoJ ihre Wachsamkeit gegenüber dem Risiko, dass die zugrunde liegende Inflation die Marke von 2% überschreiten könnte. Zudem signalisierte die Zentralbank, dass sie das Tempo ihrer Zinserhöhungen über den bisherigen, etwa halbjährlichen Rhythmus hinaus beschleunigen könnte. Dies stellt eine bemerkenswerte Verschiebung in der Kommunikation der BoJ dar.
Gouverneur Ueda nennt zwei Bedingungen
BoJ-Gouverneur Kazuo Ueda nannte auf der Pressekonferenz im Anschluss an die Juli-Sitzung zwei konkrete Bedingungen, die ein schnelleres Straffungstempo rechtfertigen könnten. Erstens eine übermäßig akkommodierende Finanzlage, und zweitens eine zunehmende Wahrscheinlichkeit, dass das Risiko einer zugrunde liegenden Inflation von über 2% tatsächlich eintritt.
Darüber hinaus wurde der Ausblicksbericht der BoJ um eine neue Passage ergänzt. Diese besagt, dass die Überwachung der Finanzierungsbedingungen mit steigendem Leitzins zunehmend an Bedeutung gewinnt. Für Anleger und Marktbeobachter ist dies ein wichtiges Signal, dass die BoJ ihre geldpolitische Kommunikation aktiv anpasst.
Barclays setzt auf Oktober als wahrscheinlichsten Zeitpunkt
Barclays zufolge deuten diese Entwicklungen darauf hin, dass die BoJ noch zusätzliche Informationen über die mittel- bis langfristigen Inflationserwartungen sowie die finanziellen Rahmenbedingungen benötigt, bevor sie den nächsten Zinsschritt vollzieht. Das Institut hält daher an seinem Szenario einer Zinserhöhung im Oktober fest – nach der Tankan-Umfrage und der Sitzung der Zweigstellenleiter.
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Zur AktienanalyseEin Zinsschritt im Oktober würde das Intervall zur vorangegangenen Erhöhung im Juni auf etwa vier Monate verkürzen. Dieser Zeitrahmen würde eine spürbare Beschleunigung gegenüber dem bisherigen Tempo von etwa einer Zinserhöhung alle sechs Monate darstellen. Für internationale Finanzmärkte und insbesondere für den Yen-Wechselkurs wäre ein solches Signal von erheblicher Bedeutung.
Die Entwicklungen bei der Bank of Japan werden von deutschen Anlegern genau beobachtet, da die japanische Geldpolitik in den vergangenen Jahren maßgeblich zur globalen Liquiditätsversorgung beigetragen hat. Eine Beschleunigung des Straffungskurses in Tokio könnte Auswirkungen auf internationale Kapitalströme und damit auch auf europäische Märkte haben.


