Bayer CropScience: Wie die Agrar-Sparte neu erblüht
In Monheim am Rhein forscht Bayers Pflanzenschutzsparte an neuen Wirkstoffen – mit Stinkwanzen als unfreiwilligen Testkandidaten.

Im Labor von Bayers Pflanzenschutzsparte in Monheim am Rhein geht es ungewöhnlich zu: Braune Stinkwanzen werden dort mit Grünkohl, Stangenbohnen, Karotten und Sonnenblumenkernen versorgt. Die robusten Insekten sollen sich zunächst bestens entwickeln – denn nur gesunde Tiere taugen als verlässliche Testkandidaten.
Doch auf die Aufzuchtphase folgt der entscheidende Schritt für Bayers Forschung: Die Wanzen werden auf Pflanzenblättern ausgesetzt, die zuvor mit verschiedenen Testsubstanzen behandelt wurden. Das Prinzip ist simpel und effektiv – je geringer die Überlebensrate der Insekten, desto vielversprechender der getestete Wirkstoff.
Vom Labor zum Marktprodukt
Aus den erfolgreichsten Substanzen sollen künftig marktreife Pflanzenschutzmittel entstehen, die Nutzpflanzen zuverlässig vor Schädlingsbefall schützen. Frank Terhorst, Leiter Strategie und Nachhaltigkeit in der Division CropScience von Bayer, schätzt, dass dies in einigen Jahren der Fall sein wird.
Die Forschungsarbeit in Monheim steht sinnbildlich für den Erneuerungskurs, den Bayers Agrarsparte CropScience eingeschlagen hat. Rund zehn Jahre nach der milliardenschweren Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto steht die Division vor der Aufgabe, sich durch Innovation neu zu positionieren und das Vertrauen von Investoren sowie Landwirten zurückzugewinnen.
CropScience zählt neben der Pharma- und der Consumer-Health-Sparte zu den drei tragenden Säulen des Bayer-Konzerns. Für Privatanleger, die die Bayer-Aktie im Blick haben, ist die Entwicklung der Agrarsparte daher von besonderer Bedeutung – schließlich hängt ein wesentlicher Teil der künftigen Ertragskraft des Konzerns an der Wettbewerbsfähigkeit im globalen Pflanzenschutzmarkt.
Innovationspipeline als Schlüssel
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDie Arbeit mit Testorganismen wie den Stinkwanzen verdeutlicht, wie kapitalintensiv und langwierig die Entwicklung neuer Wirkstoffe ist. Von der ersten Laborsubstanz bis zum zugelassenen Produkt vergehen in der Regel viele Jahre – und nur ein Bruchteil der getesteten Verbindungen schafft es letztlich zur Marktreife.
Dennoch setzt Bayer CropScience genau auf diese Innovationspipeline, um sich im hart umkämpften Agrarchemie-Markt gegenüber Wettbewerbern wie BASF, Syngenta oder Corteva zu behaupten. Neue, wirksame Pflanzenschutzmittel sind nicht nur ein Wachstumstreiber – sie sind auch eine Antwort auf den zunehmenden Regulierungsdruck, der altbewährte Wirkstoffe vom Markt verdrängt.


