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Bayer siegt in Glyphosat-Rechtsstreit in den USA

Gerichtsurteil lässt Aktienkurs steigen und gibt Hoffnung auf Supreme-Court-Entscheidung

Bayer siegt in Glyphosat-Rechtsstreit in den USA

Bayer hat im anhaltenden Rechtsstreit um den Einsatz des Unkrautvernichters Glyphosat einen bedeutenden juristischen Erfolg in den USA erzielt. Ein Bundesberufungsgericht in Philadelphia hat eine Klage gegen den Konzern abgewiesen, die auf die angeblich krebserregende Wirkung von Glyphosat abzielt. Der Kläger, ein Gartenbauer, hatte behauptet, dass Bayer, über seine Tochtergesellschaft Monsanto, eine Warnung vor möglichen Krebsrisiken auf der Verpackung des glyphosathaltigen Produkts Roundup hätte anbringen müssen. Er war an einem Non-Hodgkin-Lymphom erkrankt, einer bösartigen Erkrankung des Lymphgewebes.

Das Gericht entschied jedoch einstimmig, dass nach den geltenden Bundesvorschriften über einheitliche Etiketten eine solche Warnung nicht zulässig gewesen wäre. Diese Entscheidung steht im Widerspruch zu früheren Urteilen anderer US-Gerichte, was den Rechtsstreit weiter komplizieren könnte. Bayer begrüßte das Urteil und betonte, dass die widersprüchlichen Entscheidungen der Gerichte eine Überprüfung durch den Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten erforderlich machen. Der Konzern plant, die Auswirkungen dieses Urteils auf andere laufende Verfahren zu prüfen und hofft, dass eine positive Entscheidung des Supreme Court die Rechtsstreitigkeiten um Roundup weitgehend beenden könnte.

Die Aktien des Bayer-Konzerns reagierten positiv auf die Nachricht. Der Kurs stieg am Freitag um bis zu 12,1 Prozent, was den größten Tagesgewinn seit über 15 Jahren darstellt. Dieser Anstieg spiegelt die Erleichterung der Anleger wider, die auf ein Ende der langwierigen und kostspieligen Rechtsstreitigkeiten hoffen. Bayer sieht die aktuelle Entscheidung als wichtigen Schritt an, die übergeordneten Rechtsfragen zu klären, insbesondere den Vorrang des Bundesrechts vor den Gesetzen einzelner US-Bundesstaaten.

Seit der Übernahme von Monsanto im Jahr 2018 sieht sich Bayer mit einer massiven Klagewelle in den USA konfrontiert, die das Unternehmen schwer belastet hat. Die Übernahme des Glyphosat-Entwicklers Monsanto für 63 Milliarden Dollar hat sich für Bayer als finanziell herausfordernd erwiesen. Seit dem Abschluss dieser Übernahme ist der Aktienkurs des Unternehmens um mehr als 73 Prozent eingebrochen.

Weltweit haben Aufsichtsbehörden Glyphosat als nicht krebserregend eingestuft, während die Internationale Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation (IARC) das Mittel 2015 als "wahrscheinlich krebserregend" bewertete. Trotz dieser unterschiedlichen Einschätzungen sieht sich Bayer weiterhin einer steigenden Anzahl von Klagen gegenüber. Bis zum 23. Juli dieses Jahres hat der Konzern 14 von 23 Verfahren gewonnen, jedoch auch hohe Strafen zahlen müssen. Die Zahl der Klagen hat sich seit Mitte Mai um weitere 2000 auf insgesamt 172.000 erhöht. Bayer hat dafür bisher rund sechs Milliarden Euro zurückgestellt und prüft derzeit verschiedene Wege, um sich von diesen Klagen zu entlasten, einschließlich eines möglichen Insolvenzverfahrens in den USA.

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