Bessent: US-Wirtschaft kann trotz Iran-Krieg 3,5% Wachstum erreichen
US-Finanzminister Scott Bessent zeigt sich optimistisch: Die US-Wirtschaft bleibt stark, trotz Krieg und steigender Energiepreise.

US-Finanzminister Scott Bessent hat am Dienstag ein optimistisches Bild der amerikanischen Wirtschaft gezeichnet. Trotz der massiven globalen Auswirkungen des US-israelischen Krieges gegen den Iran sieht Bessent das Wachstumspotenzial der USA ungebrochen. Auf der Veranstaltung „WSJ Opinion Live" in Washington erklärte er, das Wachstum könne in diesem Jahr „problemlos 3% oder 3,5% überschreiten".
„Ich denke, die zugrunde liegende Wirtschaft bleibt stark", sagte Bessent. Diese Aussage steht in deutlichem Kontrast zu den jüngsten Einschätzungen internationaler Institutionen, die ihre Prognosen nach unten korrigiert haben.
IWF-Prognosen als „Überreaktion" abgetan
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte am selben Dienstag seine globalen Wachstumsaussichten gesenkt und gleichzeitig höhere Inflationserwartungen veröffentlicht – beides als direkte Folge der kriegsbedingten Energiepreisspitzen. Auch die Weltbank passte ihre Prognosen entsprechend an. Bessent bezeichnete diese Korrekturen jedoch als Überreaktion und hält die Fundamentaldaten der US-Wirtschaft für deutlich robuster als von den Institutionen dargestellt.
Der Krieg hat die Ölpreise weltweit in die Höhe getrieben und die Finanzmärkte erheblich erschüttert. Besonders gravierend ist die Blockade der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Vor dem Krieg wurden etwa 20% der weltweiten Öl- und Erdgasexporte durch diese strategisch bedeutsame Meerenge transportiert. Für Europa und damit auch für Deutschland hat diese Entwicklung direkte Auswirkungen auf die Energieversorgung und die Importkosten.
Zölle könnten bis Juli auf altes Niveau zurückkehren
Neben dem Krieg sprach Bessent auch über die US-Handelspolitik. Er deutete an, dass die von der Trump-Administration verhängten Zölle auf andere Nationen bis Anfang Juli wieder auf das vorherige Niveau zurückkehren könnten. Als mögliche Option nannte er Untersuchungen nach Abschnitt 301 des US-Handelsgesetzes von 1974.
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Zur AktienanalyseHintergrund dieser Aussage ist ein wegweisendes Urteil des US-Supreme Court vom Februar: Das oberste Gericht hatte entschieden, dass Präsident Donald Trump seine Befugnisse überschritten hatte, als er unter Berufung auf ein Notstandsgesetz umfassende globale Zölle einführte. Die Trump-Administration sucht seitdem nach rechtlich tragfähigen Alternativen, um ihre Handelspolitik fortzuführen.
Für deutsche Anleger und Exporteure sind beide Themen von erheblicher Relevanz. Einerseits beeinflussen die Energiepreisentwicklungen durch den Iran-Krieg die Produktionskosten und die Inflation in Europa. Andererseits könnten eine mögliche Rückkehr zu niedrigeren US-Zöllen und eine weiterhin starke US-Konjunktur die Nachfrage nach deutschen Exportgütern stützen. Die kommenden Monate dürften zeigen, ob Bessents Optimismus durch die wirtschaftliche Realität bestätigt wird.


