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BHP verkauft chilenische Stromleitungen für 1,5 Milliarden Dollar

Der Bergbauriese schärft seinen Fokus auf Kupfer und veräußert rund 1.000 km Stromübertragungsanlagen in Chile.

BHP verkauft chilenische Stromleitungen für 1,5 Milliarden Dollar

BHP, der weltweit größte Bergbaukonzern, plant den Verkauf von Stromübertragungsanlagen in Chile im Wert von rund 1,5 Milliarden US-Dollar. Die Infrastruktur umfasst etwa 1.000 Kilometer Stromleitungen, die die BHP-Bergbaustandorte Escondida, Spence und Cerro Colorado mit Elektrizität versorgen. Dies berichtet die chilenische Wirtschaftszeitung Diario Financiero unter Berufung auf mit dem Prozess vertraute Quellen.

Die Transaktion könnte noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, obwohl wichtige Details wie die Verkaufsstruktur und die Auswahl des Käufers laut dem Bericht noch geprüft werden. BHP selbst reagierte nicht unmittelbar auf Anfragen für eine Stellungnahme.

„Es ist absolut sinnvoll für BHP, diese Vermögenswerte zu veräußern und sich ausschließlich auf sein Kerngeschäft zu konzentrieren", sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person gegenüber Diario Financiero und verwies auf die zunehmende Bedeutung von Kupfer für das Unternehmen.

Strategische Neuausrichtung auf Kernrohstoffe

Der geplante Verkauf reiht sich in eine breitere Portfoliobereinigung bei BHP ein. Das Unternehmen hat die vergangenen Jahre damit verbracht, sich auf Rohstoffe zu konzentrieren, von denen langfristiges strukturelles Nachfragewachstum erwartet wird – darunter vor allem Kupfer und Kali. Infrastrukturanlagen wie Stromleitungen, die an große Bergbaubetriebe gekoppelt sind, gelten als attraktive Ziele für Übertragungsnetzbetreiber, Energieunternehmen und institutionelle Investoren, die nach stabilen und berechenbaren Renditen suchen.

Der chilenische Deal würde auf einen ähnlichen Schritt in Australien folgen: Im vergangenen Jahr verkaufte BHP eine Beteiligung von 49 Prozent an Stromübertragungsanlagen im Zusammenhang mit seinen australischen Eisenerzaktivitäten an Global Infrastructure Partners, eine Tochtergesellschaft von BlackRock, für 2 Milliarden US-Dollar. Die Strategie ist damit klar: Nicht zum Kerngeschäft gehörende Infrastruktur wird monetarisiert, der Erlös fließt in den Ausbau des Rohstoffportfolios.

Milliardenprojekt in Argentinien unterstreicht Kupferfokus

Das verstärkte Engagement bei Kupfer zeigt sich auch jenseits der chilenischen Grenzen. BHP und der kanadische Bergbaukonzern Lundin Mining haben kürzlich einen wichtigen regulatorischen Meilenstein für ihr gemeinsames Projekt im Kupferdistrikt Vicuña in Argentinien erreicht. Das Vorhaben wurde in das staatliche argentinische Anreizsystem für Großinvestitionen (RIGI) aufgenommen.

Das Projekt kombiniert die Lagerstätten Josemaría und Filo del Sol entlang der chilenisch-argentinischen Grenze. Die anfänglichen Kapitalkosten werden auf 9,7 Milliarden US-Dollar geschätzt, die Gesamtinvestitionen könnten letztendlich bis zu 18 Milliarden US-Dollar erreichen. Argentinische Behörden schätzen, dass Vicuña jährlich Exporterlöse von mehr als 2,6 Milliarden US-Dollar generieren und mehr als 30.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze unterstützen könnte.

Das Vicuña-Projekt gilt weithin als eines der weltweit größten unerschlossenen Kupferprojekte. Es unterstreicht das wachsende Engagement von BHP für das Metall, das im Zuge der globalen Elektrifizierung und Dekarbonisierung erheblich an strategischer Bedeutung gewonnen hat. Für deutsche Anleger, die in Rohstoffwerte investiert sind, verdeutlicht BHPs Kurs, wie stark sich die großen Bergbaukonzerne auf die Megatrends Energiewende und Elektromobilität ausrichten.

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