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Birkenstock hebt Umsatzprognose an – Aktie springt 15 Prozent

Starke Nachfrage wohlhabender Käufer nach Premium-Sandalen treibt Wachstum – Birkenstock übertrifft Quartalsumsatzerwartungen deutlich.

Birkenstock hebt Umsatzprognose an – Aktie springt 15 Prozent

Birkenstock hat seine Jahresprognose für das Umsatzwachstum angehoben und im dritten Quartal die Erwartungen der Analysten übertroffen. Die Aktie des deutschen Sandalenherstellers legte daraufhin um rund 15 Prozent zu. Treiber des Erfolgs ist die anhaltend stabile Vollpreis-Nachfrage wohlhabender Konsumenten nach den hochwertigen Produkten des Unternehmens.

Der Quartalsumsatz stieg um 13 Prozent auf 719,5 Millionen Euro – umgerechnet rund 829,1 Millionen US-Dollar. Analysten hatten im Schnitt lediglich 713,4 Millionen Euro erwartet, wie Daten des Finanzdienstleisters LSEG zeigen. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,74 Euro und damit leicht unter den Schätzungen von 0,76 Euro.

Premiummarken trotzen der Konsumflaute

Während weite Teile des Bekleidungs- und Schuhsektors unter einer allgemeinen Zurückhaltung bei diskretionären Konsumausgaben in den USA leiden, zeigt sich Birkenstock weitgehend immun gegen diesen Trend. Starke Preismacht und ausgeprägte Markenloyalität schützen das Unternehmen, das eine wohlhabendere Kundschaft bedient.

„Das starke Quartal von Birkenstock zeigt, dass die Verbraucher weiterhin eine Vorliebe für Premiummarken zeigen und bereit sind, für Produkte, die sie als qualitativ hochwertig wahrnehmen, mehr zu bezahlen", erklärte Rachel Wolff, Analystin bei EMarketer. Diese Beobachtung deckt sich mit einem breiteren Trend im Luxus- und Premiumsegment, das sich in wirtschaftlich unsicheren Zeiten als besonders widerstandsfähig erweist.

Das Direct-to-Consumer-Geschäft (DTC) – also der direkte Verkauf über eigene Filialen und die Unternehmenswebsite – entwickelte sich besonders dynamisch. Der DTC-Umsatz wuchs um 14 Prozent und machte damit fast 39 Prozent des gesamten Quartalsumsatzes aus. Dieses Segment gilt als strategisch besonders wertvoll, da es höhere Margen ermöglicht und den direkten Kundenkontakt stärkt.

Regionales Wachstum auf breiter Basis

Das Wachstum verlief geografisch ausgewogen. Im asiatisch-pazifischen Raum legte der Umsatz auf berichteter Basis um 18 Prozent zu, die Region Amerika wuchs um 11 Prozent und EMEA – Europa, Naher Osten und Afrika – um 15 Prozent. Damit profitierte Birkenstock von einer starken globalen Nachfrage über alle Kernmärkte hinweg.

Bezüglich der Auswirkungen des Nahostkonflikts zeigte sich das Unternehmen optimistischer als zuvor. CFO Ivica Krolo erläuterte in einer Telefonkonferenz: „Wir konnten einen Großteil des Drucks durch Anpassungen der Lieferwege und die Stärke in anderen Teilen der Region abfedern." Die erwartete Belastung für die zweite Jahreshälfte wurde auf einen hohen einstelligen Millionen-Euro-Betrag revidiert – deutlich weniger als die ursprünglich prognostizierten 10 bis 12 Millionen Euro.

Prognose für 2026 angehoben

Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet Birkenstock nun ein Umsatzwachstum von 15 Prozent auf währungsbereinigter Basis. Zuvor hatte das Unternehmen lediglich einen Anstieg von 13 bis 15 Prozent in Aussicht gestellt. Die Jahresprognose für den bereinigten Gewinn je Aktie wurde mit einer Spanne von 1,90 bis 2,05 Euro bestätigt.

Die starken Quartalszahlen und die angehobene Prognose unterstreichen die Stärke des Birkenstock-Geschäftsmodells. Das Unternehmen, das 2021 von der deutschen Gründerfamilie an den US-Finanzinvestor L Catterton verkauft wurde und seit 2023 an der New Yorker Börse notiert ist, beweist damit einmal mehr, dass das Premiumsegment auch in einem herausfordernden Konsumumfeld robust wachsen kann.

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