BMO holt UBS-Banker Descoteaux als neuen US-M&A-Chef
Die kanadische Bank BMO Financial beendet eine monatelange Suche und besetzt ihre US-M&A-Führungsposition mit einem erfahrenen UBS-Veteranen.

BMO Financial hat David Descoteaux von der UBS abgeworben, um die Leitung des US-amerikanischen M&A-Teams für die Bereiche Kapitalmärkte und Commercial Banking zu übernehmen. Dies geht aus einem internen Memo hervor, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Mit diesem Schritt beendet das kanadische Geldinstitut eine monatelange Suche nach einer geeigneten Besetzung für diese Position – ausgelöst durch die Zusammenlegung der entsprechenden Teams.
Descoteaux tritt seine neue Aufgabe am 1. Juni an. Er wird an Carrie Cook, Global Head of Investment & Corporate Banking, sowie an Tony Sciarrino, Leiter des US-Firmenkundengeschäfts bei BMO, berichten. Die Berichtslinien spiegeln die neue, integrierte Struktur wider, die BMO für sein nordamerikanisches Investmentbanking-Geschäft etabliert hat.
Erfahrener Dealmaker mit starkem Private-Equity-Netzwerk
Descoteaux bringt umfangreiche Erfahrung im M&A-Geschäft mit. Bei der UBS betreute er neun Jahre lang Transaktionen in Nord- und Südamerika, mit Schwerpunkt auf den Sektoren Technologie, Medien und Telekommunikation sowie Fintech. Bemerkenswert: 70 Prozent der von ihm durchgeführten Deals betrafen Private-Equity-Sponsoren – ein Bereich, der für Investmentbanken besonders lukrativ ist. Vor seiner Zeit bei der UBS war Descoteaux 14 Jahre lang für das renommierte Beratungshaus Lazard tätig.
Unter der neuen Struktur bei BMO wird Cameron Hewes, Leiter des M&A-Teams für den Mittelstand, direkt an Descoteaux berichten. Zudem soll Hewes eng mit Sarfraz Visram, dem Leiter des kanadischen M&A-Geschäfts, bei grenzüberschreitenden und nordamerikanischen Transaktionen zusammenarbeiten. Diese Aufstellung verdeutlicht BMOs Ambitionen, sein M&A-Geschäft auf beiden Seiten der kanadisch-amerikanischen Grenze zu stärken.
Starkes Marktumfeld für kanadische Banken
Der Zeitpunkt der Personalie ist kein Zufall. Das Kapitalmarktsegment hat sich für kanadische Banken in den vergangenen Quartalen als wichtige Ertragsquelle erwiesen. Während das Kreditwachstum angesichts der Unsicherheiten rund um Zölle und Handelspolitik spürbar nachgelassen hat, profitierten die Institute von starken Gebühren- und Beratungseinnahmen.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseHintergrund ist eine deutliche Erholung der globalen M&A-Aktivitäten im Jahr 2025. Fusionen und Übernahmen haben nach einer längeren Flaute wieder Fahrt aufgenommen, was Investmentbanken mit starker Beratungssparte zugutekam. Für BMO, das in den USA zuletzt durch die Übernahme der Bank of the West seine Präsenz erheblich ausgebaut hat, ist ein schlagkräftiges M&A-Team in den Vereinigten Staaten strategisch besonders wichtig.
Mit Descoteaux gewinnt BMO einen Banker, der sowohl auf der Käufer- als auch auf der Verkäuferseite von Transaktionen erfahren ist und über ein breites Netzwerk im Private-Equity-Umfeld verfügt. Gerade dieser Zugang zu Finanzinvestoren gilt als wertvoller Wettbewerbsvorteil im hart umkämpften US-M&A-Markt.


