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Börsenbetreiber unter Druck: CFTC lässt Perpetual Futures zu

Nach der CFTC-Genehmigung von Perpetual Futures verloren Aktien großer Börsenbetreiber deutlich an Wert.

Börsenbetreiber unter Druck: CFTC lässt Perpetual Futures zu

Aktien führender Börsenbetreiber gerieten am Dienstag unter erheblichen Verkaufsdruck. Auslöser war eine Entscheidung der US-Terminmarktaufsicht CFTC (Commodity Futures Trading Commission) aus der Vorwoche, die registrierten US-Plattformen den Weg zur Einführung sogenannter Perpetual Futures geebnet hat.

Die Kursverluste fielen teils deutlich aus: CBOE Global Markets verzeichnete ein Minus von 8,4 Prozent und war damit der größte Verlierer unter den betroffenen Börsenbetreibern. Nasdaq Inc. gab um 5,3 Prozent nach, während die CME Group einen Rückgang von 2,8 Prozent hinnehmen musste. Intercontinental Exchange (ICE), die Muttergesellschaft der New York Stock Exchange, verlor 1,8 Prozent.

Was sind Perpetual Futures?

Perpetual Futures sind eine besondere Art von Derivatkontrakten, die kein Verfallsdatum besitzen. Im Gegensatz zu klassischen Terminkontrakten, die zu einem festgelegten Datum auslaufen, können Positionen in Perpetual Futures theoretisch unbegrenzt lang gehalten werden. Für Trader bieten sie die Möglichkeit, hohe Hebel einzusetzen – was sowohl Gewinne erheblich verstärken als auch zu massiven Verlusten führen kann.

Ein weiterer zentraler Vorteil dieser Instrumente ist ihr Rund-um-die-Uhr-Handel. Händler können damit auch außerhalb der regulären Börsenhandelszeiten auf Marktereignisse reagieren, was traditionellen Börsen strukturell nicht möglich ist. Bislang waren Perpetual Futures vor allem im Kryptomarkt verbreitet, wo sie auf Plattformen wie Binance oder Bybit zu den meistgehandelten Produkten zählen.

Konkurrenz für klassische Börsenbetreiber

Genau hier liegt der Kern der Marktreaktion: Sollten Perpetual Futures eine breite Akzeptanz bei institutionellen und privaten Anlegern finden, könnten sie zu einer ernsthaften Konkurrenz für die etablierten Börsenbetreiber werden, die ihr Geschäftsmodell auf dem traditionellen Aktien- und Derivatehandel aufgebaut haben. Marktanteile und Handelsvolumina – und damit Gebühreneinnahmen – stünden auf dem Spiel.

Die CFTC hat im Zuge ihrer neuen Rahmenbedingungen auch konkrete Schritte unternommen: Sie genehmigte die Notierung eines Bitcoin-Perpetual-Futures-Kontrakts auf der Prognosemarkt-Plattform Kalshi. Darüber hinaus erhielten US-Kunden von Coinbase über eine Tochtergesellschaft Zugang zu den globalen Perpetual-Produkten der Kryptobörse.

Diese Entwicklungen markieren eine bedeutende Verschiebung in der US-Finanzmarktregulierung. Lange Zeit waren Perpetual Futures in den Vereinigten Staaten regulatorisch nicht zugelassen – ein Umstand, der US-Krypto-Plattformen gegenüber internationalen Wettbewerbern benachteiligte. Die neuen CFTC-Rahmenbedingungen könnten nun den Startschuss für eine breitere Einführung dieser Produkte auf dem US-Markt geben und die Wettbewerbslandschaft im Derivatehandel nachhaltig verändern.

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