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BP-Veteranin Howle verkauft Aktien für fast 2 Millionen Pfund

Kurz vor dem Rauswurf von Konzernchef Albert Manifold stieß Carol Howle BP-Aktien im Wert von fast 2 Millionen Britischen Pfund ab.

BP-Veteranin Howle verkauft Aktien für fast 2 Millionen Pfund

Carol Howle, seit 25 Jahren bei BP tätig und seit Anfang April stellvertretende Vorstandsvorsitzende, hat eine Woche vor der Entlassung von Konzernchef Albert Manifold BP-Aktien im Wert von fast 2 Millionen Britischen Pfund veräußert. Anschließend wurden ihr Restricted Share Units im Wert von 558.576 Britischen Pfund zugeteilt. Das Timing des Aktienverkaufs sorgt für Aufsehen in der Finanzpresse.

Howle war Anfang April aus dem Vorstand von BP zurückgetreten, um die Rolle der stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden zu übernehmen. Dieser Schritt sollte laut Unternehmensangaben den „geordneten Übergang" an der Konzernspitze unterstützen und den Weg für die neu ernannte Vorstandsvorsitzende Meg O'Neill ebnen. BP hat damit nun mehrere Schlüsselpositionen mit Frauen besetzt – darunter auch die Finanzchefin Kate Thomson.

Manifold-Affäre überschattet den Führungswechsel

Gegen Ende Mai wurde der Führungswechsel bei BP von einer schwerwiegenden Nachricht überschattet: Der Konzernvorsitzende Albert Manifold wurde vom Board aufgrund „ernster Bedenken" hinsichtlich der Governance-Standards entlassen. Berichten zufolge stand die Entlassung im Zusammenhang mit Mobbing am Arbeitsplatz. Genau eine Woche vor diesem Vorfall hatte Howle ihre umfangreichen Aktienverkäufe getätigt.

Die negative Berichterstattung rund um Manifold kommt für O'Neill und ihr neues Führungsteam zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Der Konzern kämpft darum, den Markt von seiner neuen strategischen Ausrichtung zu überzeugen – konkret von einer Rückbesinnung auf die Kerngeschäfte Öl und Gas. Jede Ablenkung durch Governance-Debatten erschwert diese Kommunikation erheblich.

BP auf der Suche nach strategischer Klarheit

BP hat in den vergangenen Jahren eine wechselhafte Strategiegeschichte hinter sich. Der Artikel verweist darauf, dass einige männliche Führungskräfte – angefangen bei Lord Browne – zeitweise zu vergessen schienen, dass BP ein Unternehmen für fossile Brennstoffe ist. Die aktuelle Führung unter O'Neill setzt nun wieder stärker auf das traditionelle Kerngeschäft mit Öl und Gas.

Howle gilt als erfahrene Kennerin des Konzerns. Mit 25 Jahren Betriebszugehörigkeit bringt sie tiefes institutionelles Wissen mit, das bei der langfristigen Strategieentwicklung von BP eine entscheidende Rolle spielen könnte. Ob ihr Aktienverkauf kurz vor der Manifold-Entlassung rein zufällig war oder auf Insiderwissen hindeutet, bleibt eine offene Frage, die Anleger und Regulatoren aufmerksam verfolgen dürften.

Für deutsche Privatanleger, die BP-Aktien im Depot halten, sind die jüngsten Entwicklungen ein wichtiges Signal: Governance-Probleme und Führungsturbulenzen bei einem der größten europäischen Energiekonzerne können die Kursentwicklung und das Vertrauen der Märkte nachhaltig beeinflussen. Die Rückkehr zu einer klaren Öl-und-Gas-Strategie könnte mittelfristig jedoch Stabilität signalisieren.

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