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Brasiliens BRB beantragt 637-Millionen-Dollar-Kredit beim Einlagensicherungsfonds

Die staatlich kontrollierte Bank BRB sucht dringend Kapital nach dem Skandal um die kollabierte Banco Master.

Brasiliens BRB beantragt 637-Millionen-Dollar-Kredit beim Einlagensicherungsfonds

Die brasilianische Bank BRB plant, noch vor Ende März beim nationalen Einlagensicherungsfonds FGC einen Kredit in Höhe von 3,3 Milliarden Reais (rund 637 Millionen US-Dollar) zu beantragen. Ziel ist es, die eigene Kapitalbasis zu stärken, nachdem das Institut erhebliche Verluste aus dem Erwerb dubioser Kreditportfolios der insolventen Banco Master erlitten hat. Dies berichtete zunächst die brasilianische Wirtschaftszeitung Valor Econômico; Reuters bestätigte die Informationen unabhängig.

Die BRB, die von der Regierung des Bundesdistrikts Brasília kontrolliert wird, hatte ursprünglich eine Übernahme der Banco Master geplant. Das Geldinstitut wurde jedoch im November 2024 wegen massiver Liquiditätsprobleme liquidiert. Insgesamt strebt die BRB eine Kapitalaufnahme von 6,6 Milliarden Reais an, um Verluste aus mutmaßlich gefälschten Kreditgeschäften auszugleichen, die sie von der Banco Master erworben hatte.

Bundespolizei ermittelt wegen Betrugs in Milliardenhöhe

Ermittler der brasilianischen Bundespolizei gehen davon aus, dass die Banco Master der BRB potenziell gefälschte Kreditgeschäfte im Wert von bis zu 12,2 Milliarden Reais verkauft hat. Der frühere Eigentümer der Banco Master, Daniel Vorcaro, befindet sich derzeit in Haft. Über seine Anwälte ließ er jegliches Fehlverhalten bestreiten. Auch der ehemalige BRB-Chef, der die Verhandlungen damals leitete, weist alle Vorwürfe zurück.

Der FGC ist eine private Einrichtung zur Sicherung von Einlagen und Anlegergeldern im brasilianischen Finanzsystem – vergleichbar mit der deutschen Einlagensicherung. Der Fonds hat bereits 38,4 Milliarden Reais an Gläubiger der Banco Master ausgezahlt und versucht nun, seine Reserven durch Sondervorauszahlungen der Banken in Höhe von 32,5 Milliarden Reais wieder aufzufüllen.

BRB prüft weitere Kapitalisierungsstrategien

Der geplante Kredit soll als flexible Kreditlinie strukturiert werden, die bei Bedarf abgerufen werden kann. Laut einer mit den Plänen vertrauten Person muss der Kreditantrag formell von der Regierung des Bundesdistrikts gestellt werden. Gouverneur Ibaneis Rocha lehnte gegenüber Reuters eine Stellungnahme ab und verwies auf die BRB selbst.

Neben dem FGC-Kredit prüft die BRB weitere Maßnahmen zur Stabilisierung ihrer Finanzen. Dazu gehören die Auflegung von Immobilienfonds sowie der Verkauf einer Beteiligung an einer auf Kredite spezialisierten Tochtergesellschaft. Das Institut hat bereits die parlamentarische Genehmigung für eine Reihe solcher Transaktionen erhalten. BRB und FGC reagierten zunächst nicht auf Anfragen für eine Stellungnahme.

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