Brent-Öl fällt unter 80 Dollar – US-Iran-Deal erhöht Angebot
Erstmals seit über drei Monaten rutscht Brent unter 80 Dollar, da ein US-Iran-Abkommen das Ölangebot deutlich steigern dürfte.

Der Preis für Rohöl der Sorte Brent ist zum ersten Mal seit mehr als drei Monaten unter die Marke von 80 US-Dollar pro Barrel gefallen. Auslöser ist ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran, das die Wiedereröffnung der Straße von Hormus vorsieht und damit die Erwartungen an eine deutliche Erholung des globalen Ölangebots befeuert. Gleichzeitig senkten führende Wall-Street-Banken ihre Preisprognosen für Rohöl.
Die globale Benchmark Brent verlor zeitweise bis zu 4,3 Prozent und steuert damit auf die längste Verlustserie des laufenden Jahres zu. Auch regionale Benchmarks brachen ein, was den breiten Druck auf die Ölmärkte unterstreicht. Der Rückgang spiegelt eine fundamentale Neubewertung der Angebotslage wider.
Interimsabkommen soll am Freitag unterzeichnet werden
Ein Interimsabkommen zwischen den USA und dem Iran soll am Freitag in der Schweiz von beiden Seiten unterzeichnet werden. Händler erwarten, dass dieses Abkommen zwei wesentliche Effekte auslösen wird: Erstens eine Steigerung der Fördermengen im Nahen Osten, und zweitens die Freigabe von Millionen Barrel Öl, die derzeit auf Tankern im Persischen Golf lagern.
Die Straße von Hormus ist eine der strategisch bedeutendsten Wasserstraßen der Welt. Durch diese enge Meerenge zwischen dem Iran und der arabischen Halbinsel wird ein erheblicher Teil des globalen Öltransports abgewickelt. Eine Wiedereröffnung und Normalisierung des Verkehrs durch diese Route hätte damit unmittelbare Auswirkungen auf das weltweite Ölangebot.
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Zur AktienanalyseDie Kombination aus dem diplomatischen Durchbruch und den gesenkten Preisprognosen der Wall-Street-Banken setzt die Ölmärkte erheblich unter Druck. Für Verbraucher und importabhängige Volkswirtschaften wie Deutschland könnte ein dauerhaft niedrigerer Ölpreis eine Entlastung bedeuten – sowohl an der Zapfsäule als auch bei den Energiekosten der Industrie.
Für Anleger, die in Öl-Aktien oder rohstoffbezogene Wertpapiere investiert sind, signalisiert die aktuelle Entwicklung erhöhte Volatilität. Die Erwartung eines steigenden Angebots aus dem Iran, kombiniert mit der möglichen Freigabe der auf Tankern gelagerten Ölreserven, könnte den Preisdruck auf Brent in den kommenden Wochen aufrechterhalten. Ob das Abkommen tatsächlich wie geplant unterzeichnet wird und welche konkreten Fördermengen daraus resultieren, bleibt abzuwarten.


