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BYD und Geely bieten für mexikanisches Autowerk – Trump-Zölle als Katalysator

Chinesische Autoriesen wollen erstmals in Mexiko produzieren. Doch die Regierung fürchtet Trumps Reaktion.

BYD und Geely bieten für mexikanisches Autowerk – Trump-Zölle als Katalysator

Die chinesischen Automobilgiganten BYD und Geely haben sich als Finalisten für die Übernahme eines mexikanischen Autowerks positioniert. Damit könnte erstmals eine größere chinesische Fahrzeugproduktion in Nordamerika entstehen – ein Schritt, der die mexikanische Automobilindustrie grundlegend verändern würde.

Nach Informationen von Reuters gingen die beiden Konzerne aus einem Bieterverfahren mit neun Interessenten hervor. Neben BYD und Geely zählen auch die chinesischen Hersteller Chery und Great Wall Motor sowie der vietnamesische Elektroautobauer VinFast zum engeren Kandidatenkreis. Jahrzehntelang dominierten US-amerikanische, europäische und japanische Hersteller die mexikanische Autoindustrie.

Der Vorstoß unterstreicht das explosive Wachstum der chinesischen Automobilbranche. BYD steigerte seinen Fahrzeugabsatz seit 2020 um das Zehnfache, Geely verdoppelte die Verkaufszahlen. Beide Konzerne setzten im vergangenen Jahr jeweils über 4 Millionen Fahrzeuge ab – ein Volumen, das dem von Ford entspricht.

Mexiko zwischen Wirtschaftsinteresse und politischem Druck

Für Mexikos Regierung bedeutet das chinesische Interesse einen schwierigen Balanceakt. Einerseits könnten die Investitionen dringend benötigte Arbeitsplätze schaffen, nachdem die Trump-Zölle den Automobilsektor stark getroffen haben. Andererseits befürchten mexikanische Beamte, dass eine chinesische Produktion die laufenden Verhandlungen über das nordamerikanische Handelsabkommen gefährden könnte.

Hinter den Kulissen drängen Vertreter des mexikanischen Wirtschaftsministeriums staatliche Behörden, Investitionen chinesischer Automobilhersteller bis zum Abschluss der Handelsgespräche mit den USA aufzuschieben. Präsident Donald Trump hatte Mexiko wiederholt vorgeworfen, chinesischen Waren ein "Hintertürchen" für den US-Markt zu öffnen. Die Vereinigten Staaten haben den Verkauf von Fahrzeugen chinesischer Marken faktisch verboten.

Ein Sprecher des Weißen Hauses begründete die US-Handelsbarrieren mit Sicherheitsbedenken: "Das Problem ist die subventionierte chinesische Überkapazität, die chinesische Firmen dazu drängt, überschüssige Produktion in andere Märkte zu schleusen."

Mexikanische Zölle als Produktionsanreiz

Paradoxerweise könnten gerade die von Mexiko im vergangenen Jahr eingeführten 50-Prozent-Zölle auf chinesische Autos die lokale Produktion attraktiv machen. Was als Versuch galt, Washington zu beschwichtigen, bietet chinesischen Herstellern nun Anreize für eine mexikanische Fertigung.

Für chinesische Automobilhersteller ist Mexiko bereits ein wichtiger Exportmarkt. Laut dem Beratungsunternehmen AutoForecast Solutions steigerten sie ihren gemeinsamen Marktanteil von null im Jahr 2020 auf etwa 10 Prozent im vergangenen Jahr. In Mexiko werden jährlich rund 1,5 Millionen Autos verkauft.

US-Zölle treffen mexikanische Autoindustrie hart

Die mexikanische Automobilindustrie ist stark von den USA abhängig. Im Jahr 2024 kauften US-Kunden laut dem mexikanischen Automobilverband AMIA 2,8 Millionen der 4 Millionen in Mexiko produzierten Personenkraftwagen. Seit Trump im März 2025 einen 25-Prozent-Zoll auf mexikanische Autos einführte, kämpft die Branche jedoch mit massiven Problemen.

Nach drei Jahrzehnten kontinuierlichen Wachstums fielen die Fahrzeugexporte in die Vereinigten Staaten im Jahr 2025 um fast 3 Prozent. Gleichzeitig beginnt sich die Lieferkette zu verändern: In der Industriestadt Ramos Arizpe baut der chinesische Zulieferer Shanghai Yongmaotai ein neues Werk für Autoteile mit 600 Mitarbeitern – während General Motors in derselben Stadt 1.900 Stellen in einem Elektrofahrzeugwerk abbaut.

Der Absatz von Elektrofahrzeugen in den USA ist nach der Rücknahme von Subventionen durch die Trump-Administration eingebrochen. Für die mexikanische Regierung verschärft sich damit das Dilemma: Chinesische Investitionen könnten Arbeitsplätze sichern, aber die Beziehungen zum wichtigsten Handelspartner gefährden.

BYD, Geely, Chery, Great Wall und VinFast gaben auf Anfrage keine Stellungnahme ab. Auch das chinesische Handelsministerium reagierte nicht auf Anfragen.

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