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ByteDance verhandelt mit Iluvatar CoreX über KI-Chip-Lieferungen

TikTok-Mutter ByteDance will chinesische KI-Chips von Iluvatar CoreX kaufen – ein Meilenstein für den heimischen Halbleitermarkt.

ByteDance verhandelt mit Iluvatar CoreX über KI-Chip-Lieferungen

ByteDance, die Muttergesellschaft von TikTok, verhandelt laut Insidern mit dem chinesischen GPU-Hersteller Iluvatar CoreX über den Kauf von KI-Chips. Sollte ein Geschäft zustande kommen, würde Iluvatar CoreX nach Huawei und Cambricon zum dritten großen inländischen GPU-Lieferanten für ByteDance aufsteigen. Die Gespräche sind nicht öffentlich, weshalb die Quellen anonym bleiben wollten.

Konkret soll Iluvatar CoreX in diesem Jahr mindestens 50.000 Chips an ByteDance liefern. Die meisten davon sind für sogenannte Inferenz-Workloads vorgesehen – also die Beantwortung von Nutzeranfragen – und nicht für das rechenintensive Training von KI-Modellen. Hintergrund ist die wachsende Nutzerbasis von Doubao, ByteDances bekanntem KI-Chatbot.

Darüber hinaus erwägt ByteDance laut den Insidern auch den Einsatz von Kunlunxin-Chips des chinesischen Internetkonzerns Baidu. Tencent ist bereits Kunde für diese Chips, wie eine der Quellen bestätigte. ByteDance, Iluvatar CoreX, Baidu und Tencent reagierten nicht auf Anfragen zur Stellungnahme.

Strategischer Meilenstein für Iluvatar CoreX

Ein Vertrag mit ByteDance wäre ein bedeutender kommerzieller Durchbruch für das in Shanghai ansässige Unternehmen. Bisher belieferte Iluvatar CoreX hauptsächlich Projekte der öffentlichen Hand. ByteDance zählt zu den größten Technologieunternehmen Chinas und investiert massiv in KI-Infrastruktur.

Iluvatar CoreX ging im Januar 2025 in Hongkong an die Börse und meldete für 2025 einen Umsatz von 1 Milliarde Yuan (rund 148 Millionen US-Dollar), wovon etwa 90 Prozent auf den Verkauf von GPUs entfielen. Das Unternehmen bietet zwei Chip-Serien an: Die Tiangai-Serie ist auf KI-Training ausgerichtet, während die Zhikai-Serie für Inferenz-Aufgaben konzipiert ist. Nach Bekanntwerden des Reuters-Berichts stiegen die Aktien von Iluvatar CoreX in Hongkong um 12 Prozent.

Die Analystenprognosen für das Unternehmen sind ambitioniert: Huatai Securities erwartet für dieses Jahr einen Umsatz von 3,04 Milliarden Yuan (rund 449,8 Millionen US-Dollar). Die Gesamtauslieferungen sollen demnach um 139 Prozent auf über 100.000 Chips steigen. Der durchschnittliche Verkaufspreis der Zhikai-Inferenzchips wird auf rund 12.000 Yuan (etwa 1.775 US-Dollar) pro Stück geschätzt.

Chinesische Chips verdrängen Nvidia vom Heimatmarkt

Die potenziellen Vereinbarungen spiegeln einen breiteren Trend wider: Chinesische Chiphersteller gewinnen auf dem heimischen Markt erheblich an Boden. Laut einem Reuters-Bericht vom April eroberten chinesische GPU- und KI-Chiphersteller im vergangenen Jahr fast 41 Prozent des chinesischen Marktes für KI-Beschleuniger-Server – auf Kosten von Nvidia, das einst diesen Markt dominierte.

Nvidias CEO Jensen Huang räumte ein, dass der Marktanteil des Unternehmens in China faktisch auf null gesunken ist. Tencents Chief Strategy Officer James Mitchell erklärte im Mai, dass chinesische KI-Chips in der zweiten Jahreshälfte 2025 in großen Mengen verfügbar sein werden.

Peking treibt diese Entwicklung aktiv voran: Die chinesische Regierung fördert den Einsatz lokal entwickelter Chips, um die technologische Eigenständigkeit gegenüber US-Exportkontrollen für hochentwickelte Halbleiter zu stärken. Für deutsche Anleger und Beobachter verdeutlicht dies, wie stark der geopolitische Druck die globale Halbleiterindustrie umstrukturiert – mit weitreichenden Folgen für westliche Chipkonzerne wie Nvidia.

Die Details der potenziellen Geschäfte zwischen ByteDance und Iluvatar CoreX sind laut den Quellen noch nicht endgültig und könnten sich noch ändern.

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