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Chef des norwegischen Staatsfonds warnt vor sinkenden Aktienrenditen

Nach einem Rekordgewinn von 185 Milliarden Dollar im ersten Halbjahr dämpft Fondsmanager Nicolai Tangen die Erwartungen der Anleger.

Chef des norwegischen Staatsfonds warnt vor sinkenden Aktienrenditen

Der Chef des weltgrößten Staatsfonds schlägt Alarm: Nicolai Tangen, CEO von Norges Bank Investment Management, warnte am Mittwoch, dass Anleger nicht damit rechnen sollten, dass sich die starken Aktienrenditen des ersten Halbjahres 2024 fortsetzen werden. Dies geschah ausgerechnet nach der Bekanntgabe eines Rekordgewinns von fast 185 Milliarden US-Dollar für das erste Halbjahr – eine Leistung, die selbst Tangen überraschte.

Das Aktienportfolio des norwegischen Staatsfonds, der ein Gesamtvolumen von 2,3 Billionen US-Dollar verwaltet, durchlebte im Berichtszeitraum eine Achterbahnfahrt: Im ersten Quartal sank es um 2,6 Prozent, bevor es im zweiten Quartal um beeindruckende 15,98 Prozent zulegte. Unter dem Strich stand eine Halbjahresrendite von 12,95 Prozent – ein historischer Bestwert für den Fonds.

Tangen zeigt sich überrascht von der Marktresilienz

Besonders bemerkenswert ist, dass diese Gewinne trotz erheblicher geopolitischer Belastungen erzielt wurden. Tangen zeigte sich offen überrascht von der Widerstandsfähigkeit der globalen Märkte. „Wenn man zwei Jahre zurückginge und mir sagen würde, was an der Straße von Hormus passieren würde, dazu Handelsbarrieren, geopolitische Spannungen und so weiter, hätte ich niemals gedacht, dass der Markt so widerstandsfähig sein würde, wie er es ist", sagte der CEO.

Trotz des Rekordergebnisses bleibt Tangen für die Zukunft skeptisch. „Wir sollten für die Zukunft sicher nicht die gleiche Art von Renditen erwarten, wie wir sie in den letzten sechs Monaten gesehen haben", betonte er. Gleichzeitig riet er Anlegern, in turbulenten Zeiten die Nerven zu behalten und an ihrer Strategie festzuhalten.

Halbleiteraktien als Haupttreiber der Performance

Die starke Halbjahresperformance des Fonds wurde maßgeblich durch eine Rallye bei Halbleiteraktien angetrieben. Zu den größten Positionen zählten dabei bekannte Branchengrößen wie Samsung, SK Hynix, TSMC, ASML, Intel und Nvidia – allesamt Unternehmen, die vom globalen Boom rund um Künstliche Intelligenz und Chipnachfrage profitierten.

Der norwegische Staatsfonds ist mit seinem Volumen von 2,3 Billionen US-Dollar ein bedeutender Akteur an den globalen Kapitalmärkten. Er besitzt 1,5 Prozent aller börsennotierten Unternehmen weltweit und rund 3 Prozent der börsennotierten Unternehmen in Europa. Für deutsche Anleger ist der Fonds damit ein wichtiger Mitaktionär in zahlreichen DAX-Konzernen.

Langfristigkeit und Diversifikation als Schlüssel

Tangens Botschaft an Privatanleger ist klar und klassisch: Ruhe bewahren, langfristig denken und breit streuen. „Ich würde sagen, der Weg, um Geld zu verdienen, besteht erstens darin, sehr, sehr langfristig zu agieren – ändern Sie Ihre Strategie nicht – und gut diversifiziert zu sein", so Tangen.

Die Warnung des Fondsmanagers hat auch eine politische Dimension. Der norwegische Staatsfonds finanziert etwa 25 Prozent des norwegischen Staatshaushalts. Ein deutlicher Marktabschwung würde damit nicht nur Anleger, sondern auch den norwegischen Wohlfahrtsstaat direkt treffen. Tangen ließ keinen Zweifel an seiner langfristigen Einschätzung: „Ich glaube nicht, dass wir in Zukunft eine Wiederholung der letzten 30 Jahre erleben werden; ich denke, es liegen schwierigere Zeiten vor uns."

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