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Chinas Firmen wollen US-Ölzölle umgehen

Ausnahmeanträge und neue Handelsstrategien für Rohöl und LNG in Planung

Chinas Firmen wollen US-Ölzölle umgehen

Chinesische Öl- und Gasunternehmen planen, bei der Regierung in Peking Anträge auf Ausnahmeregelungen von den angekündigten Zöllen auf US-Importe zu stellen. Diese Zölle sollen ab dem 10. Februar gelten und betreffen Rohöl sowie verflüssigtes Erdgas (LNG) aus den USA. Die Maßnahme ist eine Reaktion auf die kürzlich von den USA verhängten Zölle auf chinesische Produkte. Laut Angaben von Insidern plant China, einen Zollsatz von 15 Prozent auf Importe von US-Kohle und LNG sowie 10 Prozent auf Rohöl, landwirtschaftliche Maschinen und bestimmte Automodelle zu erheben.

Derzeit befinden sich vier Tanker mit insgesamt sechs Millionen Barrel US-Rohöl der Sorten West Texas Intermediate (WTI) und Alaskan North Slope (ANS) sowie zwei LNG-Schiffe auf dem Weg nach China. Unternehmen beabsichtigen, für bereits gebuchte Lieferungen Ausnahmeanträge zu stellen. Für künftige Handelsabschlüsse dürfte es jedoch schwieriger sein, solche Ausnahmen zu erhalten.

Unipec, die Handelsabteilung von Sinopec, Asiens größtem Raffinerieunternehmen und größtem chinesischen Abnehmer von US-Öl, hat langfristige Verträge abgeschlossen und ist zudem im Pipeline-Ölgeschäft in den USA aktiv. Aufgrund der zusätzlichen Kosten durch den 10-prozentigen Zoll plant Unipec, verstärkt auf Ölswaps mit Abnehmern in Südkorea und Japan zu setzen. Diese Strategie könnte es ermöglichen, die Zölle teilweise zu umgehen, indem man Öl mit Partnern austauscht, die ihrerseits andere Lieferquellen nutzen. Zudem könnte Unipec mehr Öl an inländische Abnehmer in den USA verkaufen, um den finanziellen Belastungen durch die Zölle entgegenzuwirken. Sinopec selbst hat zu den Plänen keine Stellungnahme abgegeben.

Neben Unipec haben weitere Unternehmen wie Vitol, Gunvor, Occidental Petroleum, ExxonMobil sowie Atlantic Trading and Marketing Inc. (ATMI) mehrere sehr große Rohöltanker (VLCC) für Lieferungen nach China gebucht. Diese Firmen äußern sich üblicherweise nicht zu ihren Handelsaktivitäten.

Im LNG-Bereich befindet sich das Schiff „Mu Lan“, das am 16. Dezember in Corpus Christi beladen wurde, auf dem Weg zum Terminal in Fujian mit geplanter Ankunft am Donnerstag. Ein weiteres Schiff, die „Wudang“, verließ den Hafen Calcasieu Pass am 7. Januar und wird zwischen dem 9. und 11. Februar in China erwartet. Beide Schiffe stehen unter der Kontrolle von PetroChina.

Analysten prognostizieren, dass die US-LNG-Exporte nach China mit Inkrafttreten des 15-prozentigen Zolls deutlich zurückgehen werden. Stattdessen werde China seine Importe verstärkt aus Katar, Russland und anderen Ländern beziehen, um den Rückgang der US-Lieferungen auszugleichen.

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