Chinas Lithium-Feldzug bedroht Deutschland und Europa
Chinesische Unternehmen investieren Milliarden in Lateinamerika und Afrika, um sich Lithium-Vorkommen zu sichern

China führt einen weltweiten Feldzug zur Sicherung von Lithium-Vorkommen durch, was für Deutschland und Europa zu großen Problemen führen könnte. Angesichts des Booms bei Elektroautos und dem steigenden Bedarf an Batterien entsteht ein globales Wettrennen um das unverzichtbare Leichtmetall für die E-Mobilität. Chinesische Unternehmen investieren Milliarden in Lateinamerika und Afrika, um sich Lithium-Vorkommen zu sichern. Experten prognostizieren, dass China bis 2025 etwa ein Drittel der weltweiten Lithium-Versorgung kontrollieren könnte.
Staats- und Parteichef Xi Jinping hatte vor drei Jahren die Offensive gestartet, um die Abhängigkeit von China in internationalen Lieferketten zu stärken und Maßnahmen gegen ausländische Störungen der Versorgung zu ergreifen. Aufgrund des aggressiven Vorgehens fordert der Kieler Wirtschaftsprofessor Tobias Heidland eine stärkere Diversifizierung der deutschen Industrie, da die Abhängigkeit von China beim Lithium ein großes Risiko für deutsche Unternehmen darstellt.
Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen warnt vor einer zu großen Abhängigkeit von China bei Rohstoffen. Die EU bezieht derzeit 97 Prozent ihres Lithiums aus China. Mit dem steigenden Bedarf an Lithium für Batterien in Elektroautos wird der Bedarf bis 2050 voraussichtlich um das 17-Fache steigen. Chinesische Investitionen in Südamerika und Afrika haben den Vorteil, dass sie geringere Anforderungen an Umwelt- und Menschenrechtsstandards stellen als europäische Unternehmen.
Deutsche Unternehmen könnten jedoch in Ländern punkten, die Wert auf Umwelt und Nachhaltigkeit bei der Lithiumförderung legen. Heidland sieht Chancen für deutsche Firmen in solchen Ländern, die bewusst auf Nachhaltigkeit achten möchten. Afrika steht ebenfalls im Fokus chinesischer Bemühungen, da Länder wie Simbabwe, die Demokratische Republik Kongo, Ghana, Namibia und Mali über bedeutende Lithium-Vorkommen verfügen. Chinesische Investoren haben bereits Milliarden in Lithiumprojekte in Simbabwe investiert.
Die Situation wird auch durch die Forderungen einiger afrikanischer Länder nach Vor-Ort-Verarbeitung von Rohstoffen beeinflusst, um einen größeren Anteil der Gewinne im Land zu behalten. China kontrolliert bereits das Spielfeld in Nigeria, wo der Bau der ersten Lithium-Verarbeitungsanlage des Landes durch ein chinesisches Unternehmen begonnen wurde. Nigeria hatte zuvor eine Anfrage des US-Autobauers Tesla abgelehnt, da das Unternehmen nur am Export von Roh-Lithium interessiert war.
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Zur AktienanalyseDie Bemühungen Chinas zur Sicherung von Lithium-Vorkommen stellen eine große Herausforderung für Deutschland und Europa dar. Um die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, ist eine Diversifizierung der Rohstoffquellen und eine verstärkte Förderung von umweltbewussten und nachhaltigen Ansätzen in der Lithium-Industrie notwendig. Nur so können deutsche Unternehmen ihre Position in diesem globalen Wettrennen halten und zukunftsfähige Lieferketten aufbauen.


