CleanPlay: Gamer finanzieren per Crowdfunding Solarparks für saubere Energie
Ein neues Climate-Tech-Startup bietet Videospielern die Möglichkeit, über ein Belohnungsprogramm gemeinsam in erneuerbare Energien zu investieren.

Videospiele verursachen in den USA jährlich mehr Treibhausgase als fünf Millionen Autos – so lauten aktuelle Schätzungen zum Energieverbrauch der Gaming-Branche. Ehemalige Führungskräfte aus der Spielebranche wollen nun Verantwortung übernehmen und die Gaming-Community aktiv in die Energiewende einbinden. Ihr Werkzeug: ein Crowdfunding-Modell für saubere Energie, das direkt über eine PlayStation-Plattform zugänglich ist.
Das Startup hinter dieser Initiative heißt CleanPlay und hat seinen Sitz in San Francisco. Gegründet wurde es von Rich Hilleman, einem ehemaligen Manager des Spielekonzerns Electronic Arts, gemeinsam mit einem früheren Xbox-Manager. CleanPlay betreibt ein Belohnungsprogramm für Gamer namens SuperPower, das im Kern eine Form des Crowdfundings für erneuerbare Energieprojekte darstellt.
Wie das Modell funktioniert
Das Prinzip ist einfach: Mitglieder zahlen für digitale Belohnungen innerhalb von Spielen – etwa ein neues Outfit für einen Golf-Avatar oder einen Cowboyhut im Spiel PGATour. Im Gegenzug verpflichten sich die Manager von CleanPlay, die eingenommenen Mittel in erneuerbare Energien zu investieren. Der Dienst ist über PlayStation verfügbar und kostet entweder 34,99 US-Dollar pro Jahr oder 3,99 US-Dollar pro Monat.
Hilleman selbst beschreibt sein Engagement als persönliche Wiedergutmachung. „Ich bin alt – ich bin schon eine Weile in der Gaming-Branche tätig, und jetzt helfe ich dabei, einen meiner Fehler zu korrigieren", sagte er mit Blick auf den hohen Stromverbrauch der Branche. Diese Aussage verdeutlicht, wie stark das Bewusstsein für die ökologischen Folgen des Gamings inzwischen auch innerhalb der Industrie selbst gewachsen ist.
Gaming und Klimaschutz: Ein wachsendes Thema
Der Energieverbrauch der globalen Gaming-Industrie rückt zunehmend in den Fokus von Klimaschützern und Investoren. Spielekonsolen, PCs und Server für Online-Spiele laufen oft rund um die Uhr und ziehen enorme Mengen an Strom. Dass ausgerechnet ehemalige Brancheninsider nun mit einem marktbasierten Ansatz gegensteuern wollen, ist ein bemerkenswerter Schritt.
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Zur AktienanalyseDas Modell von CleanPlay verbindet dabei zwei Trends: die wachsende Bereitschaft von Verbrauchern, für nachhaltige Produkte zu zahlen, und die Gamification von Klimaschutzmaßnahmen. Indem Gamer für virtuelle Gegenstände zahlen und damit reale Investitionen in saubere Energie auslösen, entsteht eine direkte Verbindung zwischen digitalem Konsum und ökologischer Wirkung.
Für deutsche Anleger und Beobachter des Climate-Tech-Sektors ist das Modell interessant: Es zeigt, wie neue Geschäftsmodelle versuchen, Millionen von Konsumenten für Klimainvestitionen zu gewinnen – ohne klassische Spendenaufrufe, sondern über den Hebel von Unterhaltung und digitalen Belohnungen.


