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CPI-Bericht wichtiger als Arbeitsmarktdaten – Bank of America

Die Bank of America sieht den kommenden US-Inflationsbericht als entscheidender für die Fed-Zinspolitik als die jüngsten Jobdaten.

CPI-Bericht wichtiger als Arbeitsmarktdaten – Bank of America

Die US-Notenbank Federal Reserve wird die Inflationsdaten der kommenden Woche stärker gewichten als den schwachen Arbeitsmarktbericht vom Freitag. Zu diesem Schluss kommt eine Analyse der Bank of America (BofA), die die Juli-Beschäftigungszahlen zwar als „leicht dovish" einstuft, aber keine Auswirkungen auf ihre Zinsprognose sieht. „Der Bericht zum Verbraucherpreisindex (VPI) für Juli ist ein bedeutenderes Ereignis als die heutigen Arbeitsmarktzahlen", erklärten die BofA-Strategen unter der Leitung von Aditya Bhave.

Die Beschäftigtenzahl außerhalb der Landwirtschaft sank im Juli um 23.000, nachdem die Zahlen der beiden Vormonate um insgesamt 103.000 nach unten korrigiert worden waren. Die privaten Lohn- und Gehaltslisten stiegen lediglich um 30.000. Das Lohnwachstum fiel deutlich schwächer aus als erwartet: Im Monatsvergleich legte es nur um 0,1 Prozent zu, im Jahresvergleich um 3,2 Prozent. Die Arbeitslosenquote sank auf 4,1 Prozent.

Wo Stellen verloren gingen – und wo entstanden

Der Rückgang der Beschäftigung konzentrierte sich auf bestimmte Sektoren. Besonders betroffen waren Bildungsdienstleistungen der Kommunalverwaltungen mit einem Minus von 50.000 Stellen sowie das Gastgewerbe und die Freizeitbranche mit minus 40.000. Letzteres verzeichnete damit den dritten Rückgang innerhalb von vier Monaten – ein Trend, den die BofA auf höhere Benzinpreise zurückführt, die den Freizeitverkehr belasteten. Finanzdienstleistungen verloren 14.000 Stellen.

Auf der positiven Seite schuf das Baugewerbe 22.000 neue Stellen, und die professionellen sowie unternehmensbezogenen Dienstleistungen legten um 18.000 zu. Diese Zuwächse konnten die Verluste in anderen Bereichen jedoch nicht vollständig ausgleichen.

Der Rückgang der Arbeitslosenquote auf 4,1 Prozent erfolgte laut BofA aus Gründen, die die Bank als „schlecht" bezeichnete. Die Beschäftigung in privaten Haushalten sank um 87.000, die Arbeitslosigkeit in den Haushalten ging um 178.000 zurück, und die Erwerbsquote fiel auf 61,4 Prozent – vor allem bedingt durch Rückgänge bei jüngeren Arbeitnehmern.

Einwanderungspolitik und Demografie als Hintergrundfaktoren

Die BofA-Strategen beschrieben die Kombination aus schwachen Beschäftigtenzahlen, sinkender Erwerbsbeteiligung und niedrigerer Arbeitslosenquote als symptomatisch für einen negativen Angebotsschock am Arbeitsmarkt. Als Ursachen nannten sie Einwanderungspolitik und demografische Entwicklungen. Die schwachen Lohnzahlen passten jedoch nicht in dieses Bild und seien laut BofA „vielleicht der dovishste Aspekt der heutigen Daten".

Trotz der insgesamt schwachen Zahlen sieht die BofA keinen Grund für die Fed, ihre Einschätzung zu revidieren, dass der Arbeitsmarkt ausgeglichen sei und keinen Inflationsdruck erzeuge. Das Beschäftigungswachstum lag in den vergangenen drei Monaten im Durchschnitt bei 30.000 – und damit über dem von der Bank geschätzten Break-even-Tempo von 20.000. Zudem liegt die Arbeitslosenquote noch 0,2 Prozentpunkte unter dem unteren Ende der Fed-Prognosespanne für das Jahresende 2026.

Märkte preisen Zinssenkungen aus – BofA bleibt bei Erhöhungsprognose

Die Finanzmärkte reagierten auf die Daten, indem sie Zinssenkungen im Umfang von fünf Basispunkten bis zum Jahresende auspreisten. Die BofA hält dennoch an ihrer Prognose fest: Die Fed werde die Zinsen ab September um insgesamt 75 Basispunkte anheben. Die Zentralbank werde sich dabei weiterhin stärker auf die Inflationsentwicklung als auf den Arbeitsmarkt konzentrieren – weshalb der kommende CPI-Bericht für Juli als das entscheidendere Datenereignis gilt.

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