DAX atmet auf: Zoll-Entwarnung triggert kräftige Erholung
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Eine Entspannung im Zollstreit hat den DAX am Donnerstag zurück nach oben gezogen. Nach drei schwachen Handelstagen gewann der Leitindex 1,2 Prozent und schloss bei 24.856 Punkten. Zuvor war er vom jüngsten Rekord bei 25.507 Punkten in der Spitze bis auf 24.349 Punkte zurückgefallen. Für den Freitag blieb nachbörslich ein Rest an Vorsicht spürbar, die Indikationen lagen leicht unter dem Xetra-Schluss.
In der zweiten Reihe fiel die Gegenbewegung kräftiger aus. Der MDAX stieg um 2,4 Prozent auf 31.687 Punkte, der SDAX legte um 3,5 Prozent auf 18.346 Punkte zu. Der breite Kaufimpuls deutete darauf hin, dass Investoren die vorangegangene Schwächephase vor allem als politisch getriebenen Risikoabschlag einordneten. Ob daraus ein stabiler Trend wird, hängt nun davon ab, wie belastbar die Signale aus Washington tatsächlich sind.
Bei den großen deutschen Aktien prägten sektorale Umschichtungen das Bild. Autowerte zählten nach zuvor deutlichen Verlusten zu den Gewinnern, während Rüstungswerte unter Druck gerieten, weil die kurzfristige Entspannung in der Außenpolitik die Risikoprämie dämpfte. Deutsche Börse rückte mit Plänen rund um die Fondsplattform Allfunds in den Fokus. SAP blieb dagegen ein Bremsklotz und rutschte auf ein Tief seit Sommer 2024, begleitet von der Debatte, ob die Dynamik bei KI das klassische Softwaregeschäft stärker unter Preisdruck setzt.
Auch einzelne Werte aus den Indizes sorgten für klare Akzente. Carl Zeiss Meditec brach ein, nachdem das Unternehmen Signale für ein schwaches Geschäftsjahr gesendet und die eigenen Ziele als kaum erreichbar bezeichnet hatte. Ionos hielt sich fester, gestützt von der Einschätzung, dass neue KI-Anwendungen den Strukturwandel im Internet eher beschleunigen und damit Chancen für Anbieter von Web-Infrastruktur eröffnen. Insgesamt blieb der Handel damit stark nachrichtengetrieben, weniger von Fundamentaldaten als von Erwartungsmanagement und Stimmungswechseln geprägt.
Im Hintergrund bewegten sich die klassischen Marktindikatoren nur moderat, aber in eine Richtung, die zum verbesserten Risikoappetit passte. Der Euro stabilisierte sich um 1,17 Dollar, während die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen mit knapp 2,9 Prozent hoch blieb. Gold hielt sich nach den jüngsten Rekorden auf sehr hohem Niveau, Öl zog zum Wochenschluss ebenfalls wieder etwas an. Zusätzliche Impulse kamen aus den USA, wo neue Iran-Sorgen die Risikolage am Rohstoffmarkt punktuell verschärften.
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Zur AktienanalyseAn den Auslandsbörsen überwogen ebenfalls die Gewinne. Die Wall Street schloss fester, getragen von der Entspannung im Zollthema und soliden Konjunktursignalen. In Asien zeigte sich das Bild am Freitagmorgen überwiegend freundlich, auch dort stützte die Rückkehr des Risikoappetits. Damit bleibt für Europa entscheidend, ob aus dem politischen Aufatmen eine Phase geringerer Volatilität wird – oder ob die nächste Schlagzeile die Stimmung erneut dreht.


