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Drohende Engpässe bei Kinderarzneimitteln im Winter

Trotz neuer Gesetzesregelungen bleibt die wirtschaftliche Produktion für viele Hersteller schwierig

Drohende Engpässe bei Kinderarzneimitteln im Winter

Der Mangel an Kinderarzneimitteln in Deutschland könnte auch in diesem Winter erneut zu einem Problem werden. Vor zwei Jahren gab es bereits große Lieferengpässe, insbesondere bei fiebersenkenden Medikamenten wie Ibuprofen und Paracetamol sowie bei Antibiotika. Um solche Engpässe in Zukunft zu vermeiden, führte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach ein neues Gesetz ein. Dieses sollte die Herstellung von Kinderarzneimitteln durch die Möglichkeit von Preiserhöhungen für Unternehmen attraktiver machen. Ziel war es, die Versorgungslage zu verbessern und erneute Lieferprobleme zu verhindern.

Jedoch zeigt sich inzwischen, dass die Regelungen des neuen Gesetzes für viele Hersteller kaum Vorteile bringen. Laut dem Branchenverband Pro Generika sind Kinderarzneimittel, bezogen auf die Apothekenverkaufspreise, ein Markt mit einem Umsatz von etwa 340 Millionen Euro pro Jahr. Trotz der vorgesehenen Preiserhöhungen ist die Produktion für manche Hersteller sogar noch unwirtschaftlicher geworden als vor der Einführung des Gesetzes. Dies liegt daran, dass bestehende Regelungen die Effekte der Preiserhöhungen teilweise wieder ausgleichen, was erneute Engpässe möglich macht.

Um solchen Engpässen entgegenzuwirken, bietet das Bundesgesundheitsministerium den Herstellern an, sich aus den Regelungen des neuen Gesetzes herausnehmen zu lassen. So könnten sie wieder zu den Bedingungen zurückkehren, die vor der Einführung des Gesetzes galten. Laut einem Schreiben des Ministeriums sei es in einigen Fällen nicht möglich, eine wirtschaftliche Produktion von Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Ibuprofen für Kinder sicherzustellen. Daher wurden die betroffenen Unternehmen um Stellungnahme gebeten.

Vor zwei Jahren führte eine ungewöhnlich starke Krankheitswelle ab dem Sommer zu einer drastisch gestiegenen Nachfrage nach fiebersenkenden Mitteln und Antibiotika für Kinder. Gleichzeitig war das Angebot zu gering, da sich viele Hersteller aufgrund des Kostendrucks vom Markt zurückgezogen hatten. Generika, die häufig verwendeten Nachahmerpräparate, unterliegen strikten Preisregelungen, wie etwa dem Festbetrag, der die Preise deckelt und den Herstellern nur geringe Gewinnspannen lässt.

Das Anti-Engpass-Gesetz sollte diesen Zustand verbessern, indem es Herstellern erlaubte, die Preise um bis zu 50 Prozent zu erhöhen. Jedoch sind weiterhin gesetzliche Rabatte in Höhe von sechs Prozent fällig, was die Effekte der Preiserhöhungen wieder schmälert. Die Praxis, dass Hersteller trotz abgeschlossener Rabattverträge noch zusätzliche Abgaben leisten müssen, führt dazu, dass die Lage für viele Unternehmen weiterhin angespannt bleibt. Einige Hersteller, wie Zentiva, sehen daher weiterhin das Risiko von Lieferengpässen.

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