E-Mobilität: Warum Immobilienbesitzer deutlich häufiger elektrisch fahren
Der deutsche Elektroautomarkt zeigt eine deutliche soziale Schieflage: Laut HUK Coburg besitzen 81 Prozent aller privat zugelassenen E-Autos Menschen mit Wohneigentum. Die fehlende Ladeinfrastruktur für Straßenparker bremst die Elektromobilität besonders

Die Elektromobilität in Deutschland bleibt ein Privileg von Immobilieneigentümern. Eine aktuelle Analyse des größten deutschen Kfz-Versicherers HUK Coburg zeigt: 81 Prozent aller privat zugelassenen Elektroautos werden von Haus- oder Wohnungsbesitzern gefahren. Bei den reinen Batteriefahrzeugen – Hybride nicht eingerechnet – liegt die Quote der E-Auto-Besitzer unter Immobilieneigentümern bei 4,8 Prozent, während nur 1,6 Prozent der Mieter elektrisch unterwegs sind.
Ladeinfrastruktur als entscheidender Faktor
Der Grund für diese Diskrepanz liegt auf der Hand: Wer über einen eigenen Garagen-Stellplatz oder Carport verfügt, kann sein Fahrzeug bequem zu Hause laden. Straßenparker hingegen sind auf öffentliche Ladeinfrastruktur angewiesen, die vielerorts noch Mangelware ist. "Wenn sich in den Großstädten Deutschlands die Lademöglichkeiten auch für Freiluftparker verbessern, könnte das nochmal deutliche Zuwächse beim Zulauf der Elektromobilität bringen", erklärt HUK-Vorstand Jörg Rheinländer.
Paradoxe Situation in deutschen Metropolen
Dabei zeigt sich ein interessantes Paradoxon: In Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern sind Elektroautos deutlich beliebter als auf dem Land. 59 Prozent der Großstädter bewerten E-Autos positiv, während es bei Bewohnern kleinerer Kommunen nur 45 Prozent sind. Dennoch liegt die tatsächliche Umstiegsquote in den 15 größten deutschen Städten mit 4,6 Prozent unter dem bundesweiten Durchschnitt von 5,5 Prozent.
Bayern dominiert die E-Auto-Statistik
Regional zeigt sich ein klares Bild: Die höchsten Umstiegsquoten verzeichnen kleinere Großstädte und ländliche Regionen, insbesondere im Münchner Umland. Spitzenreiter ist der Landkreis Starnberg südlich von München mit einer Quote von zehn Prozent – eine Region, die für ihre wohlhabende Bevölkerung bekannt ist. Von den 15 Kommunen mit den höchsten Wechselquoten liegen elf in Bayern, zwei in Nordrhein-Westfalen (Höxter und Paderborn) und zwei in Niedersachsen (Holzminden und Lüchow-Dannenberg).
Neue Förderung soll Kaufanreize schaffen
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Zur AktienanalyseDie Bundesregierung plant für dieses Jahr einen neuen Elektroauto-Zuschuss für Haushalte mit maximal 80.000 Euro Jahreseinkommen. Familien mit Kindern sollen die Förderung bis zu einem Einkommen von 90.000 Euro erhalten. Zwar stellt die HUK keinen direkten Zusammenhang zwischen Einkommen und E-Auto-Besitz her, doch haben Gutverdiener naturgemäß bessere Chancen auf Wohneigentum. Zudem sind Elektroautos trotz schrumpfender Preisdifferenzen im Schnitt noch immer teurer als Verbrenner.
Markt zeigt Aufwärtstrend
Die Zahlen zeigen jedoch einen positiven Trend: Bereits vor der Wiedereinführung der Kaufprämie beschleunigte sich der Absatz. Im vergangenen Jahr entschieden sich 5,5 Prozent der privaten Autokäufer für ein Batteriefahrzeug – ein neuer Rekordwert. Im vierten Quartal stieg diese Quote sogar auf 6,3 Prozent. Die HUK-Daten basieren auf der Auswertung von etwa 14 Millionen versicherten Fahrzeugen und umfassen sowohl Neu- als auch Gebrauchtwagen, jedoch keine Firmenwagen oder Mietfahrzeuge.


