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Ende des Ölzeitalters in Sicht – diesmal aber wirklich!

Es deute alles darauf hin, dass dieser Punkt noch vor 2030 erreicht wird, so die Internationale Energieagentur

Ende des Ölzeitalters in Sicht – diesmal aber wirklich!

Schon wieder heißt es: "Das Ende des Ölzeitalters könnte näher sein als erwartet." Nach jahrzehntelangen Spekulationen über den sogenannten "Peak Oil", den Höhepunkt der globalen Ölförderung, deute alles darauf hin, dass dieser Punkt noch vor 2030 erreicht wird, so die Internationale Energieagentur (IEA). Dieses Mal seien es nicht nur Spekulationen um den Ölpreis, die zu solchen Vorhersagen führen, sondern gleich drei globale Trends würden diesen Prozess beschleunigen: emissionsarme Mobilität, Energieeffizienz und technologischer Fortschritt.

Bereits in den 1970er Jahren, als die USA ihr vorläufiges Fördermaximum erreichten, war "Peak Oil" ein Thema. Später rückte es während der Finanzkrise 2008 mit dem Höchststand des Ölpreises und erneut ab 2014, als der Ölpreis einbrach, ins Rampenlicht. Bisher hat jedoch keine dieser Prognosen den tatsächlichen Wendepunkt korrekt vorhergesagt. Wie wahrscheinlich ist es, dass die Vorhersage diesmal korrekt ist?

Erstmals weist die Agentur darauf hin, dass auch Erdgas und Kohle vor 2030 ihren Höhepunkt erreichen könnten. Diese Entwicklung wurde vor allem durch Chinas verstärktes Engagement für erneuerbare Energien und Elektromobilität beeinflusst. Als weltweit größter Kohleverbraucher investiert das Land massiv in Alternativenergien wie Solar, Wind und Atomkraft. Darüber hinaus setzt China verstärkt auf Elektromobilität, wobei der nationale Ölraffineur Sinopec voraussagt, dass China seinen Spitzenbedarf an Kraftstoffen bereits in diesem Jahr erreichen wird.

Die Auswirkungen des "Peak Oil" und der anderen fossilen Höhepunkte sind komplex. Während der Ölverbrauch in entwickelten Staaten wahrscheinlich schneller sinken wird, könnte er in anderen Regionen steigen. Darüber hinaus könnten extreme Wetterereignisse, wie Hitzewellen und Dürren, zu temporären Anstiegen der Nachfrage führen.

Professor Christoph Weber, Energiewirtschaftler an der Universität Duisburg-Essen, betont jedoch, dass eine Abkehr von fossilen Brennstoffen nicht zwangsläufig endgültig ist. Obwohl er erwartet, dass die Ölpreise in den nächsten zwei Jahren steigen könnten, sieht er langfristig eine abnehmende Tendenz.

Für Öl- und Gasunternehmen könnten diese Entwicklungen bedeuten, dass sie sich schneller anpassen müssen als erwartet. Einige Ölfördernationen, wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, haben bereits begonnen, ihre Einnahmen in andere Sektoren zu diversifizieren, darunter Tourismus, Solar- und Wasserstoffindustrie und Chemie. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die globale Energielandschaft in den kommenden Jahren entwickeln wird.

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