Energiekrise: So schützen Regierungen weltweit ihre Bürger
Explodierende Energiepreise zwingen Regierungen rund um den Globus zu umfangreichen Schutzmaßnahmen für Verbraucher und Unternehmen.

Angesichts explodierender Energiekosten ergreifen Regierungen weltweit Notfallmaßnahmen, um ihre Bevölkerungen zu entlasten. Auslöser der Preisexplosion ist der Krieg zwischen den USA und Israel gegen den Iran, der die globalen Energiemärkte in Aufruhr versetzt hat. Von Südamerika über Afrika bis nach Europa reagieren Staaten mit einem breiten Spektrum an Subventionen, Steuersenkungen und Versorgungsmaßnahmen.
Die Bandbreite der staatlichen Eingriffe ist enorm. Während einige Länder direkte Kraftstoffsubventionen einführen, setzen andere auf Steuerentlastungen, Preisdeckel oder die Freigabe strategischer Reserven. Besonders deutlich wird dabei, wie unterschiedlich die wirtschaftlichen Möglichkeiten der einzelnen Staaten sind.
Maßnahmen in Amerika und Ozeanien
Argentinien hat per Dekret die Kraftstoffsteuern teilweise angehoben, weitere Erhöhungen jedoch bis Juni aufgeschoben. Brasilien geht einen anderen Weg und setzt auf Subventionen für Diesel und Flüssiggas sowie niedrigere Steuern auf Flugbenzin und Biodiesel. Darüber hinaus prüft die brasilianische Regierung, wie Tests mit höheren Biodiesel-Mischanteilen in Diesel beschleunigt werden können.
Australien hat Benzin und Diesel aus nationalen Reserven freigegeben, um Engpässe zu lindern, die vor allem ländliche Lieferketten, den Bergbau und die Landwirtschaft treffen. Der australische Premierminister appellierte zudem an die Bürger, verstärkt den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen.
Afrika und Asien unter Druck
Besonders hart trifft die Energiekrise Länder in Afrika und Asien. Ägypten hat ein Kreditabkommen über 1,5 Milliarden US-Dollar mit der International Islamic Trade Finance Corporation unterzeichnet, um die Lebensmittel- und Energiesicherheit zu stützen. Gleichzeitig drosselt das Land große staatliche Projekte mit hohem Kraftstoff- und Dieselverbrauch für mindestens zwei Monate und kürzt die Kraftstoffzuteilungen für alle Regierungsfahrzeuge um 30 Prozent. Zudem hat Ägypten den Preis für nicht subventioniertes Brot in privaten Bäckereien gedeckelt.
Bangladesch bemüht sich unterdessen um externe Finanzierungen in Milliardenhöhe, um Importe von Kraftstoffen und Flüssigerdgas (LNG) zu sichern. Äthiopien hat die Kraftstoffsubventionen erhöht. China wiederum versprach, die nationale Energiesicherheit zu stärken und die Selbstversorgung auszubauen. Peking verschärfte zudem Mitte März die Exportbeschränkungen für die meisten Düngemittelprodukte, um die heimischen Landwirte zu schützen.
Europa koordiniert gemeinsame Antwort
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Zur AktienanalyseAuch in Europa reagieren die Institutionen auf die Krise. Die Europäische Union will es den Mitgliedstaaten ermöglichen, mehr Mittel für die Subventionierung von Unternehmen bereitzustellen, die von steigenden Kraftstoff- und Düngemittelpreisen betroffen sind. Darüber hinaus erwägt die EU, die Mitgliedstaaten zur Bevorratung von Flugbenzin zu verpflichten und dieses je nach regionalem Bedarf und Engpässen umzuverteilen.
Die Europäische Kommission legte Pläne zur Senkung der Stromsteuern vor und will die sommerliche Wiederauffüllung der Gasspeicher der Mitgliedstaaten koordinieren. Griechenland kündigte für April und Mai Subventionen für Kraftstoffe und Düngemittel sowie Rabatte auf Fährtickets an.
Die globale Reaktion zeigt: Die Energiekrise stellt Regierungen aller Einkommensklassen vor massive Herausforderungen. Während reiche Industrienationen auf Subventionen und Steuerentlastungen setzen können, sind ärmere Länder auf externe Finanzierungen angewiesen. Für Verbraucher und Unternehmen weltweit bleibt die Lage angespannt.


