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Eurozone-Anleiherenditen geben nach Mehrjahreshochs wieder nach

Nach einem 15-Jahres-Hoch bei deutschen Bundesanleihen entspannt sich der Markt leicht – Ölpreisrückgang sorgt für Erleichterung.

Eurozone-Anleiherenditen geben nach Mehrjahreshochs wieder nach

Die Anleiherenditen in der Eurozone sind am Freitag gesunken, nachdem sie in der vorangegangenen Sitzung Mehrjahreshochs erreicht hatten. Ausschlaggebend war ein deutlicher Rückgang der Ölpreise von der psychologisch wichtigen Marke von 100 US-Dollar pro Barrel. Die Rendite der 10-jährigen deutschen Bundesanleihe – der wichtigsten Benchmark für den gesamten Euroraum – fiel um 2,7 Basispunkte auf 3,1845 Prozent.

Am Donnerstag hatte die Rendite der Bundesanleihe noch ein 15-Jahres-Hoch markiert. Staatsanleihen der Eurozone standen die gesamte Woche über unter erheblichem Druck, da die Ölpreise erstmals seit Mai wieder über die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel gestiegen waren. Die europäische Wirtschaft gilt als besonders anfällig für steigende importierte Energiekosten.

Ölpreisrückgang bringt vorübergehende Entlastung

Am Freitag fielen die Brent-Rohöl-Futures um knapp 3,2 Prozent auf 97,53 US-Dollar pro Barrel. Trotz dieses Tagesrückgangs lagen die Preise auf Wochensicht noch immer auf Kurs für ein Plus von rund 11 Prozent. Der starke Preisanstieg beim Rohöl war auf neue Feindseligkeiten im Nahen Osten sowie auf Sorgen über einen erneuten Engpass in der internationalen Schifffahrt zurückzuführen.

Höhere Energiepreise befeuern die Inflationssorgen in der Eurozone und weltweit. Händler rechneten daher verstärkt mit weiteren geldpolitischen Straffungen durch die Zentralbanken. Zusätzlich erhöhten die USA am Freitag neue Zölle auf Waren von 60 Handelspartnern, was die Inflationserwartungen weiter in die Höhe trieb.

EZB hält Zinsen stabil – September-Erhöhung möglich

Die Europäische Zentralbank (EZB) ließ die Leitzinsen am Donnerstag wie von den Märkten erwartet unverändert. Gleichzeitig hielt sie sich jedoch die Option einer Zinserhöhung im September ausdrücklich offen. Die Märkte preisten daraufhin eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Anhebung im September ein, mit dem Potenzial für eine weitere Erhöhung im späteren Jahresverlauf.

Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung der Bundesanleiherenditen von besonderer Bedeutung. Steigende Renditen bedeuten fallende Anleihekurse – ein Umfeld, das festverzinsliche Portfolios unter Druck setzt. Gleichzeitig steigen mit höheren Renditen auch die Zinsen auf Tages- und Festgeldkonten, was Sparern zugutekommt.

Die Kombination aus geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, volatilen Energiepreisen, neuen US-Handelszöllen und einer weiterhin restriktiven Geldpolitik dürfte die Anleihemärkte in der Eurozone auch in den kommenden Wochen in Bewegung halten. Anleger beobachten die nächsten EZB-Sitzungen und Inflationsdaten daher mit besonderer Aufmerksamkeit.

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