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EZB sieht kein systemisches Risiko durch Private Credit in Eurozone

Die EZB warnt vor punktuellen Belastungen durch Turbulenzen am privaten Kreditmarkt, schließt aber systemische Risiken für die Eurozone aus.

EZB sieht kein systemisches Risiko durch Private Credit in Eurozone

Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht die Eurozone durch aktuelle Turbulenzen an den privaten Kreditmärkten nicht in ihrer Gesamtstabilität gefährdet. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Finanzstabilitätsbericht der Notenbank hervor. Dennoch warnt die EZB ausdrücklich vor einzelnen Schwachstellen im Finanzsystem und möglichen ersten Spannungszeichen.

„Finanzinstitute im Euroraum scheinen nur in begrenztem Maße direkt in privaten Krediten engagiert zu sein", erklärte die EZB in ihrem Bericht. „Dies macht es unwahrscheinlich, dass private Kredite für sich genommen derzeit eine Quelle systemischer finanzieller Instabilität darstellen könnten." Trotz dieser vergleichsweise beruhigenden Einschätzung bleibt die Notenbank wachsam.

Versicherungen und Pensionsfonds im Fokus

Besonders gefährdet sieht die EZB Versicherungsunternehmen und Pensionsfonds. Das Engagement der Versicherer im Bereich Private Credit wurde auf 211 Milliarden Euro geschätzt, das der Pensionsfonds auf 52 Milliarden Euro. Diese Akteure könnten laut EZB in einem Negativszenario mit erheblichen Zweitrundeneffekten konfrontiert werden – etwa durch Neubewertungsverluste infolge von Spillover-Effekten auf Leveraged Loans, Hochzinsanleihen und Aktien.

Zwar sei das Gesamtrisiko der Eurozone gering, doch konzentriere es sich auf wenige große Marktteilnehmer. Hinzu kommt die mangelnde regulatorische Transparenz hinsichtlich der Größe und Konzentration der Risikopositionen, die nach Einschätzung der EZB die Marktstimmung zusätzlich belasten könnte.

Auslöser: Zahlungsausfälle und Kapitalabflüsse in den USA

Der Hintergrund der aktuellen Turbulenzen liegt vor allem in den USA. Dort kam es in den vergangenen Wochen zu mehreren öffentlichkeitswirksamen Zahlungsausfällen im Bereich Private Credit. Diese warfen bei Investoren Fragen zu den Kreditvergabestandards und der Intransparenz des Marktes auf – einem Segment, das einer weniger strengen Aufsicht unterliegt als das traditionelle Bankwesen.

Die Folge waren verstärkte Rücknahmeforderungen der Anleger, ein massiver Kapitalabfluss aus den privaten Kreditmärkten und in einigen Fällen die Begrenzung von Auszahlungen durch betroffene Fonds. Die oft undurchsichtigen Verflechtungen des Sektors mit traditionellen Banken und Vermögensverwaltern schüren dabei zusätzliche Sorgen um die allgemeine Finanzstabilität.

Schwächere Bonität macht Unternehmen anfällig

Die EZB weist zudem auf eine strukturelle Schwäche hin: Private Credit-Finanzierungen werden häufig an mittelständische Unternehmen ohne Rating und mit schwächerer Bonität vergeben. Diese sind besonders anfällig für wirtschaftliche Abschwünge. Die Fähigkeit solcher Unternehmen im Euroraum, Zinszahlungen aus dem operativen Cashflow zu leisten, habe sich in den letzten Jahren verschlechtert, so die Notenbank.

Dieser Trend zeige sich auch bei Unternehmen, die sich über die breiteren Märkte für Leveraged Loans und Hochzinsanleihen finanzieren. Bei Unternehmen, die auf klassische Bankkredite angewiesen sind, trete er hingegen nicht auf – ein Hinweis auf die spezifischen Risiken des weniger regulierten Segments. Für deutsche Privatanleger, die in entsprechende Fonds oder Versicherungsprodukte investiert sind, lohnt sich ein genauerer Blick auf die jeweiligen Engagements im Bereich Private Credit.

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